Schuluniform: Ja

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Narek, Senino, Jona, Finnja und Chiara aus der 1B finden Schuluniformen völlig normal, denn sind schon daran gewöhnt. Foto: Neschki

Stadtteilschule St. Paulus wagt den Versuch

Von Mike Neschki
Billstedt. Die Engländer machen es, Franzosen, die Japaner auch, selbst in den USA ist an Privatschulen die Schuluniform Pflicht. Und in Deutschland? In Hamburg beispielsweise gibt es rund 40 Schulen, die dieses Experiment wagten. Eine davon befindet sich in Billstedt; die katholische Grund- und Stadtteilschule St. Paulus im Öjendorfer Weg. Seit fünf Jahren tragen Schülerinnen und Schüler hier Schuluniformen.
Durch den Umstand, dass sämtliche Schüler eine Uniform tragen, so der Hintergedanke der Schulleiter, sollte und konnte keiner der Kinder mehr so schnell ausgegrenzt werden.
Dem Protzen mit Markenkleidung trat die Schule damit entgegen. Dazu der Schulleiter Rainer Busenbeder (57): „Die anfängliche Skepsis einiger Eltern ist längst verflogen, auch weil sie bemerkt haben, dass Schulkleidung das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt.“
Schuluniform-Gegner, so “starflash.de“, meinen, dass genau dieser Markenfetischismus auch mit einer Einheitskleidung nicht zu stoppen sei. Außerdem zitieren Uniform-Gegner Artikel 2.1. des deutschen Grundgesetzes: Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, und dazu gehört eben auch die freie Wahl der Kleidung.
Das Problem ist, dass, rein juristisch gesehen, die Schule ihren Schülern nicht vorschreiben darf, wie sie sich zu kleiden haben. Eltern aber sehr wohl. Daher kann eine Einführung von Schuluniformen nur in Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten der Kinder erfolgen. Studien haben gezeigt, dass Schuluniformen nur dann akzeptiert werden, wenn auch die Schüler damit einverstanden sind und sie vor der Einführung mitbestimmen dürfen, wie sie aussieht. Schüler der katholischen Schule St. Paulus mögen die Einheitskleidung vor allem, weil sie selbst oder die Klassenkameraden nicht so gut situierter Eltern das Konzept der Schulleitung teilen. Der Schulleiter dazu noch einmal: „Bei uns zählt nur was man ist, nicht was man trägt.“
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