Schwerer Sturm: Süderelbbrücke wird erst eine Woche später gesperrt

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Schlechtes Wetter verzögert Vermessungsarbeiten an Bauwerk. Schiff hatte Brücke gerammt

Eine Woche Schonfrist: Die für Sonntag (11. Januar) geplante Sperrung der Süderelbbrücke ist auf den 18. Januar verschoben worden. Grund sind die aktuellen Sturmwarnungen.

Die A 1 ist also im Bereich der Süderelbbrücke am 11.1.2015 in beide Richtungen zweispurig befahrbar, teilte die Verkehrsbehörde mit. Nun müssen die Vermessungsarbeiten nach dem Schiffsunglück vom Dezember später durchgeführt werden.

Zur Erinnerung: Am 11. Dezember 2014 rammte ein Binnenschiff die Brücke. Seitdem laufen umfassende Untersuchungen zur Erfassung der Schäden und deren Auswirkungen auf das Tragvermögen der Brücke. Die Untersuchungsergebnisse bilden die Basis für die Entwicklung eines Instandsetzungskonzeptes. Die Vermessungs- und Prüfungsarbeiten liefen auch „zwischen den Jahren“ weiter. Festgestellt wurden bislang erhebliche Deformationen an einem der beiden 4,5 Meter hohen stählernen Hauptträger der Brücke und von etwa der Hälfte aller Querträger, die zudem durch den Anprall vom Hauptträger abgerissen sind. Diese Schäden schwächen die Konstruktion erheblich. Das führt u.a. zu Schwingungen der Brücke, die bisher ein genaues 3D-Aufmaß des schadhaften Bauwerkes verhinderten.

Die Sperrung am 18. Januar sorgt für eine schwingungsfreie Brücke, so dass die genauen Aufmaße erfolgen können, die für die Schadensberechnung und die Vorbereitung der Instandsetzungsarbeiten unbedingt erforderlich sind, heißt es bei der Verkehrsbehörde.

Derzeit stehen in jede Fahrtrichtung nur zwei Fahrstreifen zur Verfügung. Statiker untersuchen, ob künftig eine weitere Fahrspur eingerichtet werden kann.

Experten gehen laut Behörde davon aus, dass der deformierte Hauptträger nicht mehr repariert werden kann. Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof: „Eine vollständige Erneuerung der Trägers würde zu sehr umfangreichen Bauarbeiten und sehr langen Verkehrsbehinderungen führen. Insofern ist folgendes Grundkonzept für eine Instandsetzung derzeit am wahrscheinlichsten: Zug um Zug werden die abgerissenen Querträger ersetzt. Der geschädigte Hauptträger wird durch aufgeschweißte Elemente verstärkt. Es wird mit Nachdruck an der Lösung für eine Instandsetzung der Brücke gearbeitet. Ein genaues Sanierungskonzept wird auf Basis der Statik erstellt. " (wb)
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