Sorge vor steigenden Mieten

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Rund 200 Rothenburgsorter Bürger waren zur Auftaktveranstaltung in die Thomas-Kirche gekommen Foto: Grell

Rund 200 Rothenburgsorter bei Info-Veranstaltung zum „Bündnis der Quartiere“. Workshops geplant

Rothenburgsort Das Bündnis für Quartiere startete jetzt die aktive Phase und über 200 Bewohner waren dabei, als im Pilotquartier Rothenburgsort die erste öffentliche Info-Veranstaltung in der Thomas Kirche stattfand. Das „Bündnis für Quartiere“ ist der Zusammenschluss von 14 Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft und dem Bezirksamt Hamburg-Mitte und geht aus dem „Bündnis für Wohnen“ hervor, das zum Ziel hat jährlich 6.000 neue Wohnungen für Hamburg zu schaffen. Rothenburgsort zählt neben dem südlichen Hamm zu zwei Pilotquartieren in denen das Bündnis für Quartiere zusammen mit den Bewohnern, Institutionen und Gewerbetreibenden vor Ort, ein Handlungskonzept zur Quartiersentwicklung erstellen will. Stadtentwicklung soll dabei nicht nur neuen Wohnungsbau und Gewerbe beinhalten, sondern auch eine zusammenhängende Quartiersentwicklung verfolgen. Die Einbindung der Bewohner aber auch der Geschäftsleute, Schulen und sozialen Institutionen in die Konzeptentwicklung sollen dabei eine entscheidende Rolle spielen. Bezirksamtsleiter Andy Grote stellte die aktuellen Pläne bei der Info-Veranstaltung vor. Wohnen und Gewerbe sei in diesem Stadtteil eng verzahnt, oft sehr eng. Während die Investoren an diesem Abend von der Attraktivität des Stadtteils schwärmten und deren optimale Lage nur 2,8 Kilometer vom Hamburger Rathaus entfernt anpriesen, plagte viele Bewohner des Viertels die Angst, es könne jetzt auch hier die Gentrifizierung eintreffen, so, wie es schon in anderen Stadtteilen wie St. Georg passiert sei. Michael Wiese vom Stadtteilbeirat überreichte die Auswertung einer Befragung, die im Viertel während des Stadtteilfestes stattgefunden hatte. Die Prioritäten liegen demnach nicht bei den neuen Wohnungen sondern „der Sanierung des Elbparks Entenwerder, dem Wunsch nach einer weiterführenden Schule vor Ort und mehr Erholungsstraßen, ab vom störenden Gewerbe“. Viele Anwohner, wie auch Birgit John, sind gerade wegen des besonderen Charmes des Viertels, das aus günstigem Mietraum und ansässigem Gewerbe besteht, hier hergezogen. „Ich wohnte bisher immer in Eppendorf“, erzählt Birgit John, „und bin hier hergezogen, weil man sich kennt und Rothenburgsort wie ein Dorf ist“. Dass nun die Lage an der Elbe in einem Stadtteil, der sich häufig von der Stadt vergessen fühlte, zum Bonbon für Investoren werden soll, sahen die meisten der Besucher in der Thomas Kirche nicht ganz ein. „Schon in anderen Stadtteilen hat es Vertreibung durch überhöhte Mietpreise gegeben“, so Wiese. Die Bürgerbeteiligung soll nun in verschiedenen Workshops die Möglichkeit der Mitsprache geben. Rothenburgsort ist gefragt, sich hier einzubringen. (kg)

Workshop-Termine: 3.11., 19.30 Uhr, Bildung, Kultur, soziale Infrastruktur, 11.11., 18.30 Uhr, Wohnen und Gewerbe, 16.11., 18.30 Uhr, Vekehr, Mobilität, 25.11., 18.30 Uhr Umwelt, Freiraum, Versorgung. Alle Termine in der RothenBurg am Vierländer Damm. Teilnahme kostenlos. Weitere Informationen unter www.buendnis-fuer-quartiere.de
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