Spurensuche in Hamburg-Borgfelde

Anzeige
Das alte Martha-Haus in der Hinrichsenstraße in Borgfelde Foto: Sammlung Lutz

Sankt Ansgar-Schüler tragen Historie sozialer Einrichtungen zusammen

Von Christa Möller
Hamburg. Wenn an der Sankt Ansgar-Schule Projektwoche ist, haben die Schüler die Qual der Wahl unter vielen interessanten Angeboten. Marcel Jakubowski aus Hamm, Lennard Wiggers und Julia Watzlawek aus Billstedt, Anastasia Radionoff aus Jenfeld, Justus Schellmann aus Wellingsbüttel und Lukas Gendig aus Bramfeld interessieren sich für die Geschichte des Stadtteiles, in dem sie zur Schule gehen. Deshalb gefiel ihnen das Projekt „Borgfelde sozial“ von Lehrer Richard Lutz am besten.
Seit der Projektwoche vor den Sommerferien erforschten die Schüler des
9. Jahrganges einige Wochen lang die Geschichte und Gegenwart der zahlreichen sozialen Einrichtungen in Borgfelde. Das Ergebnis, „ein interessantes Mosaik sozialer Arbeit“, soll nach den Herbstferien in Form einer Broschüre veröffentlicht werden.

Aufwändige Recherche

„Wir wussten bisher noch nicht soviel über die Einrichtungen im Stadtteil“, geben die Schüler zu. Das hat sich jetzt gändert. Ihnen gefällt der Gedanke, dass „man mit der Broschüre ein Ergebnis in der Hand hält.“ Dafür war viel Recherchearbeit vonnöten.
Wohltätige Stiftungen haben in Hamburg eine lange Tradition, teilweise sogar bis ins Mittelalter zurück. Damals wollten reiche Hanseaten durch Einrichtungen und Zuwendungen für Arme sowie Spenden an die Kirche ihr Seelenheil fördern. Es entstanden Hospitäler und so genannte Gottesbuden, in denen Menschen mit wenig Einkommen kostenfrei wohnen konnten. „Mit Einführung des Bismarckschen Rentengesetzes 1889 hörte der Zuwachs an größeren sozialen Stiftungen fast schlagartig auf“, weiß Richard Lutz. An der Bürgerweide, dem Sitz der 1946 gegründeten Sankt Ansgar-Schule, entstand als eines der ersten Gebäude 1874 das Alida-Schmidt-Stift.
Insgesamt 18 Stiftungen gab es bis zur Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg im Umfeld der Schule. Daneben drei Krankenhäuser und weitere soziale Einrichtungen. Die Schüler verglichen die historischen Bilder mit der heutigen Situation, machten aktuelle Fotos, besuchten die Einrichtungen, informierten sich darüber, wer früher dort lebte und erkundeten den Zweck der jeweiligen Institution.
Bereits 2013 erschien eine Bilddokumentation über „Borgfelde damals und heute“. Sie bildet die erste Folge der Stadtteilreihe und erschien in einer Auflage von 300 Exemplaren. „Material für einen dritten Teil hätte ich auch noch“, verrät Lehrer Richard Lutz mit Blick auf die Projektwoche im nächsten Jahr. Die Schüler und Leser der Broschüren wird es freuen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige