Stadtteilförderung

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Hans Joachim Eulenstein, ehrenamtlicher Vorsitzender des Grundeigentümervereins Billstedt, begrüßt den Vorstoß der BSU, den Stadtteil Mümmelmannsberg aufzuwerten. Fotos: Kampe

Studenten und Auszubildende nach Mümmelmannsberg

Von Mona Kampe
Mümmelmannsberg. Mit dem Ruf des Stadtteils steht es nicht zum Besten. Mit einem Förderprogramm möchte die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) Mümmelmannsberg attraktiver machen. Die Stadt will bezahlbaren Wohnraum für Studenten und Auszubildende schaffen.
Im Januar ist die neue Richtlinie zur Förderung des Wohnens für Studierende und Auszubildende in Mümmelmannsberg in Kraft getreten. Das Föderprogramm will die Wohnungs- oder Zimmermiete für beide Gruppen auf 224 Euro „herunter subventionieren“.
Der Betrag orientiert sich an dem Bedarf für die Unterkunft eines Studierenden nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Für das Programm stehen 200.000 Euro im Jahr zur Verfügung. Bis zu 200 Studierende und Auszubildende jeden Alters sollen so ein kostengünstiges Zimmer etwa in einer Wohngemeinschaft erhalten. Voraussetzung dafür ist ein Nachweis der Immatrikulation an einer anerkannten Hamburger Hochschule oder einer Ausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, die zumindest teilweise in der Hansestadt erfolgt. Den Antrag auf Förderung muss der Vermieter stellen. Das Förderungsverhältnis endet, wenn der Ausbildungs- oder Studentenstatus des Mietenden nicht mehr besteht. Für ein WG-Zimmer in Mümmelmannsberg müssen rund 350 Euro eingeplant werden. Studenten und Auszubildenden fällt es schwer, eine günstige Unterkunft zu finden. Den meisten kommt die Bezuschussung daher entgegen. „Förderprogramme für Auszubildende und Studenten sind prinzipiell gut. Vor allem, wenn es die Wohnsituation verbessert“, findet Christopher Gädicke, Azubi aus Horn.
Andererseits besteht die Möglichkeit, dass das Förderprogramm viele junge Menschen in den Stadtteil lockt, die dessen Attraktivität, die Vielfalt und den Wohnwert steigern.

Vom sozialen Brennpunkt zum Szeneviertel?

Kristina Bäumler, BWL-Studentin aus Billstedt, sieht das eher kritisch: „Wenn der Stadtteil an Beliebtheit und Reputation gewinnt, steigt auch die Nachfrage nach Wohnraum. Je lukrativer das Gebiet, desto höher die Mietpreise.“ Dazu Hans-Joachim Eulenstein, Vorsitzender des Grundeigentümervereins für Billstedt. „Wir begrüßen es, wenn die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt subventionierte Wohnmöglichkeiten für Studenten und Auszubildende in Mümmelmannsberg schafft.“
Eulenstein verspricht sich davon eine bessere soziale Mischung des Stadtteils. Allerdings befürchtet er, dass der Erfolg dieses Projekt dadurch gefährdet sein könnte, dass, wie in solchen Fällen üblich, keine Kaution genommen weren dürfe. Die BSU beruhigt: „Im Sinne der Förderrichtlinien übernimmt die Wohnungsbaukreditanstalt Ausfallbürgschaften als Mietsicherheit, wenn alle notwendigen rechtlichen Maßnahmen seitens der Vermieter ergriffen wurden.“
Das Programm der BSU ist zunächst bis 2017 befristet. (mk)
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1 Kommentar
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Erich Heeder aus Billstedt | 28.02.2013 | 18:25  
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