Telefonkette für Steilshooper Senioren

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Ein kleiner Schnack in der Frühe bringt oft schon einen guten Start in den Tag. In Steilshoop organisieren Senioren eine Telefonkette und suchen noch weitere Anrufer

Von Waltraut Haas

Steilshoop Wie können Menschen weiter am sozialen Leben teilhaben, auch wenn sie – etwa wegen gesundheitlicher Einschränkungen – nicht mehr so mobil sind? Für mehr Kontakte könnte in Zukunft morgens ein Anruf sorgen: durch die Aktion „Guten Morgen, Steilshoop!“ Denn ein kleiner Schnack in der Frühe bringt oft schon einen guten Start in den Tag: Wenn am anderen Ende der Leitung jemand ist, der zuhört – oder sich einfach erkundigt: „Wie geht es Ihnen?“

Die geniale Idee einer Telefonkette hatten vier in der Seniorenhilfe engagierte Institutionen in Steilshoop: Das Awo Beratungsbüro, der Seniorentreff der Martin Luther King-Kirche, die Kirchengemeinde St. Johannis und das Quartierbüro Q8 wollen diese Telefon-Aktion gemeinsam aufbauen. Dafür suchen sie Interessierte, die sich als Anrufer engagieren und als Mittler tätig sind: für die Senioren, die gerne angerufen werden wollen. Zunächst lädt das Aktionsbündnis zu einem Info-Café in die „Blaue Kachel“ ein. Hier wird die telefonische Initiative vorgestellt, danach werden Fragen geklärt.

Ideen für Senioren


„Die Steilshooper Senioren engagieren sich zunehmend, sie entwickeln viele Ideen und Aktivitäten, die für die älter werdende Generation wichtig sind“, freut sich Beatrice Roggenkamp vom Quartierbüro Q 8. In der von Q 8 initiierten Gruppe „Nachbarschaft und Freizeit“ werde gerade ein Stadtteilplan für Senioren entwickelt: Er soll über Veranstaltungen informieren und wird ab April im Viertel verteilt. Eine weitere Gruppe kümmert sich um Stolperfallen in Steilshoop: vermeidbare Barrieren, die viele Menschen in ihrer Mobilität einschränken. Die Gruppe „Nahversorgung“ sondiere, mit welcher Unterstützung sich beim Einkauf Versorgungslücken schließen lassen.
3.574 Menschen in Steilshoop seien heute älter als 65 Jahre, davon fast 700 jenseits der 80 Jahre. Rund ein Drittel der Senioren lebe in Ein-Personen-Haushalten, viele unter ihnen hätten nur wenig Kontakt zu Personen, die sie bei Bedarf um Hilfe bitten könnten, hat Beatrice Roggenbach ermittelt. Immerhin 20 Prozent der Steilshooper Senioren engagieren sich ehrenamtlich. Sie helfen in der Pflege oder betreuen regelmäßig Kinder.

„Aktiv Altern“


Auch Pastorin Inge Dehne weiß um die Einsamkeit von so manchen älteren Leuten und befürwortet den Aufbau der Telefonkette. Seit Jahren leitet sie das Projekt „Aktiv Altern in Bramfeld und Steilshoop“, regelmäßige Angebote koordiniert die „Projekt-Pastorin“ von Montag bis Sonnabend in der „Blauen Kachel“. Auch die Seniorinnen vom Tanzkreis sind zum Info-Café zur Telefonkette eingeladen. Die agilen Tänzerinnen begrüßen die Idee. Aktiv Altern, das bedeute schließlich, „anderen und auch sich selbst etwas Gutes zu tun. Gemeinschaft zu erleben und mitzugestalten, soweit es möglich ist“, sagt Inge Dehne.

Info-Café: 23. Februar,
15 Uhr, Martin Luther King-Kirche, Gründgenstraße 28
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