Tödlicher Streit in Hamburg

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Mann aus Horn steht wegen Vater-Mordes vor Gericht

Von Martin Jenssen
Hamburg. In einem Teich am Sinstorfer Kirchweg in Harburg machten zwei 16-jährige Pfadfinder im Februar dieses Jahres einen grauenvollen Fund. In dem gerade aufgetauten Teich entdeckten sie einen riesigen Koffer. Darin befand sich eine noch gefrorene Leiche, die offensichtlich mehrere Monate in dem Teich gelegen hatte. Bei dem Toten handelte es sich um Amza Z., einen 46-jährigen Mann, der aus Mazedonien nach Hamburg gekommen war.
Getötet wurde der Mann, davon geht die Hamburger Staatsanwaltschaft aus, von seinen Söhnen Adnan (20) und Fatmir (26) nach einem heftigen Streit in der Wohnunterkunft der Familie in der Culinstraße in Horn.
Am 29. Oktober vergangenen Jahres soll es zu dieser tödlichen Auseinandersetzung zwischen dem Vater und seinen Söhnen gekommen sein. Im Verlauf der Streiterei soll Adnan Z. seinem Vater mehrere kräftige Schläge mit einer Eisenstange gegen den Kopf und den linken Unterarm versetzt haben. Währenddessen soll Fatmir Z. seinem Vater mit einem Messer in den Hals geschnitten haben. Der Vater erlitt zahlreiche Verletzungen des Kopfes sowie eine etwa sieben Zentimeter lange Schnittwunde mit Muskeldurchtrennung am Hals. Durch die zahlreichen Verletzungen verblutete der Makedonier in der Wohnung.

Ein Täter ist auf der Flucht

Vor der großen Jugendstrafkammer am Hamburger Landgericht begann gegen Adnan Z. jetzt der Prozess. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm „Totschlag“ vor. Adnan Z. steht allein vor Gericht. Sein Bruder Fatmir flüchtete nach der Tat.
Die Brüder sollen nach dem tödlich verlaufenen Streit den Leichnam ihres Vaters in ein Laken gewickelt und dann in einem großen, dunkelblauen Koffer verstaut haben. Sie schleppten den Koffer noch in der Nacht zum 30. Oktober an die Ecke Horner Landstraße/Ecke Culinstraße. Dort hielten sie ein Taxi an, mit dem sie nach Harburg fuhren. Dann versenkten sie den Koffer in einem Regenrückhaltebecken am Sinstorfer Kirchenweg. Zum Prozessauftakt wurde nur die Anklageschrift verlesen.
Der Prozess wird am 15. September fortgesetzt. Urteil voraussichtlich am 12. November.
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