Tötungsfantasien gepostet?

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Haben vier Justizvollzugsbeamte ihre Tötungsfantasien im Internet bei Facebook gepostet? Die Justizbehörde geht den Hinweisen nach und ermittelt. Foto/Montage: Röhe

Justizvollzugsanstalt Billwerder steht in der Kritik

Von Matthias Röhe
Billwerder. Die Justizvollzugsanstalt Billwerder mit ihren 803 Haftplätzen und 369 Bediensteten kommt nicht zur Ruhe. Zunächst waren es alarmierende Meldungen über einen Höchststand an Krankmeldungen bei ihren Mitarbeitern und schwerwiegenden Problemen bei der Kommunikation mit der Anstaltsleitung. Nun sorgen Kommentare vierer JVA-Beamte auf der Internetplattform Facebook für Zündstoff. Laut Medienberichten sollen sich vier Justizvollzugsbeamte verklausuliert Tötungsfantasien gegen Häftlinge ausgetauscht haben.
Demnach soll JVA-Beamter Michael W. ein Foto hochgeladen haben. Als Reaktion schreibt ein Kollege: „So ’ne Flinte hätten wir damals auf den Türmen gebraucht“. Dies wird mit den Worten „Abendbrot selber schießen“ kommentiert.
Es soll der Kommentar „6c bietet sich auch an, aber noch besser der Balkon von der Teppichetage“ und „oder von 6d während der Freistunde“ gefolgt sein, bevor Michael W. sein Foto mit „Mitten auf der Teppichetage wäre wohl das Beste“ kommentiert. Diese Unterhaltung bei facebook soll als Gewaltfantasie interpretiert worden sein, Häftlinge während des Freigangs vom Dach des Hochsicherheitstaktes zu erschießen. Denn „6c“ ist eine Abteilung im Gebäude 6, das auf dem Gelände als Hochsicherheitszone deklariert ist. „6d“ das Dach des Gebäudes. „Teppichetage“ könnte der Bereich sein, in dem die Anstaltsleitung untergebracht ist. Zumindest werden im Fachjargon solche Räume als „Teppichetage“ bezeichnet. Somit würde ebenfalls Gefängnisleiter Ullrich Quietzsch in den Blickpunkt der menschenverachtenden Kommentare gerückt. In den vergangenen Monaten hatte es über seine Personalführung mehrfach Klagen gegeben. Demnach fühlten sich Bedienstete schikaniert und überkontrolliert. So soll der hohe Krankenstand in der JVA-Billwerder zu erklären sein. Welche Konsequenzen das Verhalten der vier JVA-Beamten haben wird, ist noch unklar. „Wir prüfen die Vorwürfe mit Nachdruck. Eines dürfen wir aber nicht vergessen: Die Mitarbeiter in der Justizvollzugsanstalt Billwerder machen insgesamt einen guten Job. Sie üben in unser aller Interesse eine verantwortungsvolle Tätigkeit aus“, sagt Sven Billhardt, Sprecher der Justizbehörde. (mr)
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