Tops und Flops in Horn

Anzeige
Die Sadtteilrundfahrt im Überblick Grafik: Kühn
 
Gute Sicht auf Horn: Teilnehmer der Rundfahrt im oberen Deck des Busses Foto: Je

Stadtteilkonferenz organisierte Busfahrt durch Hamburg-Horn

Von Martin Jenssen
Horn
Die Stadtteilkonferenz (Stako) Horn feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum. Grund für eine besondere Veranstaltung. Für ihre 234. Sitzung organisierte die Stako eine Rundfahrt mit einem Doppeldeckerbus durch Horn. Informationen, Anregungen, Lob und Kritik gab es zu vielen aktuellen Entwicklungen im Stadtteil. Hier einige der angesprochenen Punkte.

Lob:
- Der Zustand der Washingtonallee soll verbessert werden, vor allem für Menschen mit Handicap. Baumwurzeln, zu hohe Bordsteine und auch Müll und Hundeschiet sind ärgerliche Hindernisse für Fußgänger. In einer Sozialeinrichtung an der Legienstraße treffen sich jetzt Anwohner sowie Mitarbeiter vom HVV und der SAGA, um zu beraten, wie die Straße für Fußgänger optimiert werden kann.
- Sehr positiv für Horn: An vielen sozialen Treffpunkten können sich Menschen Hilfe holen. Das sozialen Netzwerk ist gut organisiert. Sogar für Bewohner von Flüchtlingsunterkünften in Wandsbek, die nahe an der Horner „Grenze“ gelegen sind, werden in Horn Orte der Begegnung geschaffen.
- In einem Neubaugebiet in der Nähe der Timotheus Kirchengemeinde sollen Wohnungen für Studenten entstehen. Studenten beleben den Stadtteil.
- Die Maßnahmen für den Bau der Haltestation für die U4 an der Kreuzung Manshardtstraße/Dannerallee, geplant für das Jahr 2027, dürfte zu erheblichen Problemen im Stadtteil führen. Der gesamte Kreuzungsbereich muss aufgerissen werden. Sieben bis acht Jahre Bauzeit sind für die Maßnahme eingeplant.
- Der Ring 2 (Rennbahnstraße) durchtrennt Horn an einigen Stellen wie ein Mauer. Es gibt Überlegungen, dort Tempo 30 oder Tempo 40 Zonen einzuführen, um Straßenlärm zu reduzieren und das Unfallrisiko einzudämmen.

Kritik:
- Der Sprung nach Osten, vom Hamburger Senat gefördert und gepriesen, hat nicht nur positive Folgen. Kritisch gesehen wird die Wohnraumverdichtung. Betroffen vor allem Wohngebiete an der Legienstraße. Teilweise entstehen auf früheren Parkplätzen neue Wohnblocks. Das sorgt für Ärger bei Horner Bürgern, die schon seit längerer Zeit dort wohnen. Die Anwohner werden bei der Planung zu wenig einbezogen.
- Ein Ärgernis ist die Vermüllung der Parks. Viele öffentliche Grünflächen – besonders beobachtet am Horner Moor und dem Parkgelände der Horner Rennbahn – sind durch den dort liegenden Dreck für Spaziergänger nicht mehr sonderlich attraktiv. Die Stadt zieht immer mehr Reinigungskräfte ab, um zu sparen.
- Ärgerlich auch, dass die Straßensozialarbeit in Horn eingestellt wurde. Nach 25 Jahren wurde eine wichtige Einrichtung abgebaut.
- Traurig ist das seit Jahren angeprangerte Sterben der Geschäfte im Stadtteil, vor allem an der Horner Landstraße. Die Stako fordert einen Masterplan, um die Geschäftsstraße neu zu beleben.

Nach der rund dreistündigen Rundfahrt, perfekt geplant von Matthias Koberg vom Timo-Jugendclub und Henning Meiforth vom Haus der Jugend in Horn, trafen sich die Teilnehmer zu Kaffee und Kuchen im „Haus Bienenkorb“ auf dem Gelände des Rauhen Hauses.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige