„Überdurchschnittlich gut“

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Kleine Gewinne warteten auf die schnellsten Sackhüpfer beim traditionellen Schulfest der Ganztagsgrundschule Mümmelmannsberg Foto: Silhan

Turbulentes Schulfest mit Rückblick auf 40 Jahre Grundschule

Mümmelmannsberg. Schätze suchen, Gesichter schminken, Sommer-Ski fahren und Sackhüpfen. Das waren waren vor Beginn der Sommerferien einige der vielen Aktionspunkte beim Schulfest der Ganztagsgrundschule Mümmelmannsberg. Hunderte Kinder ließen sich nicht lange bitten und tobten sich nach Herzenslust aus. Zur gleichen Zeit nutzten ihre Eltern Angebote kulinarischer Genüsse afghanischer, türkischer und afrikanischer Länder. Verbunden war das Schulfest in diesem Jahr mit dem Hintergrund des Jubiläums, „40 Jahre Grundschule in Mümmelmannsberg“.
Über großen Andrang auf dem Parkplatz des Schulgeländes durfte sich Olaf Brückner freuen. Der bürgernahe Beamte ist als Stadtteilpolizist bekannt. Seine Aufgabe beim Fest, die in einer langen Schlange anstehenden Jungen und Mädchen zu einer Rundtour im Streifenwagen durch den Stadtteil einzuladen. Kinder dritter und vierter Klassen waren beim Fest berechtigt, auf dem Fahrradparcours mit viel Geschick Hindernisse wie Spurenbrett, Slalom-Stange oder Wippe zu bewältigen. Permanent umringt, der Schminkstand. „Kaum noch zu erkennen,“ gaben einige Eltern schmunzelnd zu, nachdem sie ihre Sprösslinge erstmalig als bunt bemalte Katze, Clown oder Teufel auf der Rasenfläche entdeckt hatten. Gegen 16 Uhr traten unüberhörbar 13 Akteure der ergedorfer „Lola-Band“ in Aktion. „Wir bieten den Besuchern Wilde Welt Musik vom Atlantik bis zum schwarzen Meer,“ so ihre klare Ansage und ernteten reichlich Applaus. Begehrt im Rahmen des Schulfestes, Lose für die Tombola. Knapp 50 Sponsoren hatten gespendet. Familien, Firmen und Arztpraxen. Als Hauptgewinne lockten ein Fahrrad, drei Wave -Boards und CD-Player. „Der Gesamterlös aus dem Fest wird in diesem Jahr dem Schulverein gespendet,“ wusste Lehrerin Susanne Karwath zu berichten.
Was ältere Besucher beim Fest Interessierte, der Blick in die Vergangenheit „ihrer“ Schule: Die Grundschule Mümmelmannsberg wurde vor 40 Jahren als erste Schule im Neubaugebiet gegründet. Eingeschult wurden 1972 etwa 1000 Schülerinnen und Schüler. Die Klassenfrequenz lag im Durchschnitt bei über 30 Kindern. Der Migrantenanteil weit unter fünf Prozent. Zwei Jahre später folgte das Pilotprojekt der Vorschulklassen. Im Jahr 1991 startete der erste Versuch zur Integration von Sprach -und lernbehinderten Kindern in der Grundschule. Ein Sonderpädagoge, der nicht der Schule angehörte, wurde mit der Durchführung der Integrations-Aufgabe beauftragt. Das als „Köfferchen-Pädagogik““ bezeichnete Projekt scheiterte. Ein Jahr später (1992) flammte eine erneute Diskussionsphase zum Thema „Integrative Regelklassen“ auf. Das Lehrerkollegium entschied sich zur Teilnahme an einem Schulversuch für „Integrative Regelklassen“. „Bis heute gibt es keine weiteren Integrations-Standorte zwischen Mümmelmannsberg und Altona. Wir haben von Anfang an durchgesetzt, dass schwer verhaltensauffällige Kinder bei uns in Integrations-Klassen aufgenommen werden, obwohl es offiziell nicht vorgesehen war. Die anfänglich hohe Zustimmung unserer Elternschaft kippte nach einigen Jahren. Mehrere Integrationsklassen waren zu problematisch besetzt. Eine entsprechende Umsteuerung erfolgte erstmals im Jahr 2006,“ erklärte Schulleiter Joachim Ninow. Zurzeit hat die Ganztagsgrundschule Mümmelmannsberg 28 Klassen mit 503 Schülerinnen und Schülern. Der Migratenanteil liegt bei etwa 80 Prozent. Etwa 60 Prozent der Kinder sind förderberechtigt. Die im vergangenen Jahr durch die Schulinspektion vorgenommene Begutachtung der Ganztagsgrundschule Mümmelmannsberg kam zu der eindeutigen Bewertung: „Überdurchschnittlich gut.“ (rsi)
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