Verlässt das Hamburger Sprechwerk Borgfelde?

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Theatermacher und Sprechwerk-Chef Andreas Lübbers ist von der Idee der „Wiese“ begeistert – einem Zusammenschluss von zehn freien Kunst- und Theatergruppen Foto: Barth

Räume sind marode. Standortwechsel ins geplante Theaterzentrum „Wiese“ nach Barmbek ist im Gespräch

Borgfelde. Seit Jahren sucht das Hamburger Sprechwerk an der Klaus-Groth-Straße 23 händeringend nach neuen Räumen, denn das Gebäude, das die Theaterschaffenden nutzen, ist marode. Andreas Lübbers, Chef von Hamburgs größtem Off-Theater und außerdem Vorstandsmitglied des Dachverbands Freier Theaterschaffender Hamburg e. V., würde gerne im Stadtteil bleiben – wenn er könnte. „Für das Sprechwerk gibt es derzeit Überlegungen, aus der langsam verfallenden alten Halle auszuziehen. Darunter auch eine, die den Verbleib in Borgfelde/Hamm möglich machen könnte“, sagt Lübbers.
Aber es gibt auch eine weitere Option – wenn sie auch derzeit noch nicht ganz spruchreif ist: die Wiese, das theatrale Produktions- und Bildungszentrum in Barmbek. Die Verbindung zur Wiese – ein Zusammenschluss von zehn Vereinen und Firmen aus dem Bereich Tanz und Theater – ergibt sich nicht von Ungefähr, denn Andreas Lübbers ist seit über einem Jahr maßgeblich an diesem Vorhaben beteiligt. Und am vergangenen Wochenende startete die Kick-Off-Show zur Wiese – im Sprechwerk. Schon Ende März 2012 war er gemeinsam mit Architekten der Sprinkenhof AG (SpriAG) in der leerstehenden Theaterfabrik am Wiesendamm 24 auf Besichtigungstour. Jetzt geht es schon in Verhandlungen mit der SpriAG hinsichtlich eines Mietvertrages, wie Vorstandssprecher Henning Tants bestätigt. Auch eine Kultur-Genossenschaft (Wiese e. G.) wurde schon gegründet. Deren Aufgaben bestünden in der gesamten Miet-Organisation. Ein großer Vorteil dieses Genossenschaft-Modells sei beispielsweise auch, dass sämtliche Gewinne aus Nutzungen direkt an alle Genossen zurückfließen würden, was erhebliche Kostenersparnisse zur Folge hätte. Ihre Mitglieder sind allesamt professionelle Unternehmer im Bereich der Darstellenden Künste: Schauspieler, Tänzer, Musiker und Pädagogen.
„Wir haben mittlerweile eine Bank gefunden, die bereit wäre, uns einen Kredit zu gewähren“, freut sich Lübbers. „Nur an Sicherheiten fehlt es noch.“ Die Kosten für das Projekt sind inzwischen klar: 1,6 Millionen Euro muss die Genossenschaft aufbringen und eine Million Euro die SpriAG. Die 1.300 Quadratmeter große Fabrikhalle, die von 2006 bis 2007 unter Leitung von Nina Petri, Christian Reichelt und Nils-Daniel Finckh als „Theaterfabrik“ genutzt wurde, ist derzeit in drei Säle eingeteilt. Damals wurde die Halle in einen 400 Zuschauer fassenden Theatersaal, Foyer, Künstlergarderoben, Werkstätten, Lagerräume, Zuschauerlounge und sanitäre Anlagen umgebaut. Die Theaterfabrik-Betreiber scheiterten damals – mangels tragfähigem wirtschaftlichen Konzept. Das will die Initiative Wiese besser machen.
Unterstützung gibt es nicht nur aus dem Bezirk Hamburg-Nord. Auch SPD-Abgeordnete Isabella Vertes-Schütter legt sich für die Wiese ins Zeug: „„Die Pläne der Wiese unterstütze ich. Die Kulturbehörde hat schon im vergangenen Jahr 200.000 Euro zugesagt, sofern die sonstige Finanzierung steht. Derzeit ist alles im Fluss. In dieser Woche stehen Gespräche zwischen der Wiese, der Sprinkenhof AG, der Bürgschaftsgemeinschaft und der Bank der Wiese an.“ (ba)

Was will die Wiese?
Ziel der Genossenschaft Wiese e. G. wird es sein, eine große Halle in Barmbek am Wiesendamm zu beziehen. In der ehemaligen Theaterfabrik sollen Schauspiel- und Tanzschulen Unterricht geben, Theatergruppen in den Bereichen Erwachsenen-, Kinder- und Jugendtheater und künstlerische Arbeit mit Menschen mit Handicap proben. Nach dem Ausbau der Halle soll dies parallel und mit kreativem Austausch in modernen und komfortablen großen Arbeitsräumen stattfinden können. Die Wiese ist auch als offenes kulturelles Zentrum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geplant.
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