„Wir haben noch viel vor“

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Die Preisträger: Peter Soltow (v.l.), Sibilla Pavenstedt, Safure Soyak, Coscun Üresin und Dzoni Sichelschmidt Foto: Betz

Bürgerpreis für Integrationsarbeit verliehen

Von Malte Betz
Bezirk-Mitte. Mitentscheidend für die Zukunftsfähigkeit Hamburgs ist nach Worten von Andy Grote das „interkulturelle Zusammenleben in einer Großstadtgesellschaft.“ Erfreut zeigte sich der Bezirksamtsleiter daher über das große Interesse, das der Vergabe des ‚Bürgerpreises für herausragendes Engagement in der Integrationsgesellschaft‘ vorausgegangen war.
Knapp 80 Namen und Institutionen hatten Bürger und Bürgerinnen dieses Jahr eingereicht – soviel wie nie. Vorgeschlagen werden konnten, im bereits siebten Jahr in Folge, Menschen, die sich in Hamburg Mitte, insbesondere in den Bereichen Kultur, Soziales, Bildung und im Einsatz für demokratische Werte wie Toleranz und Teilhabe engagieren.
Auf fünf von ihnen fiel die Wahl. Am Sonntag wurden sie im Elbkuppelsaal des Hotels ‚Hafen Hamburg‘ ausgezeichnet.
Dzoni Sichelschmidt arbeitet seit Jahren mit jugendlichen Roma und fördert die Integration und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben durch Angebote wie Hausaufgabenbetreuung, Musik, Kochen, Familienbesuche und Gespräche. Er arbeitet in zwei Stadtteilschulen, ist ehrenamtlicher Mitarbeiter im europäischen Zentrum für Antiziganismusforschung, beim Verein ‚Rom und Cinti Union‘.

2500 Euro Preisgeld

Der 42-Jährige gründete unter anderem den ‚Elternverein Sinti und Roma‘. Vom Preisgeld (2500 Euro) will er die Gründung eines Jugendvereins für Roma vorantreiben.
Safure Soyak und Peter Soltow engagieren sich seit Jahren in der Arbeitsgruppe Nachbarschaftsaktivitäten im Quartier Jenkelweg/Archenholzstraße. Beide entwickelten die Idee, ein Nachbarschaftsfest als Sommerfest und Ramandanfest im Quartier II zu etablieren. „Das bestärkt uns, weiterzumachen. Wir haben noch viel vor“, sagte Safure Soyak unter dem Applaus der rund 300 Gäste.
Coscun Üresin ist Leiter und Initiator der Theatergruppe ‚Dialog ohne Hindernisse‘, die mit Menschen jeder Herkunft, mit und ohne Handicap arbeitet. Der Türke verfolgt damit das Ziel, Behinderten und ihren Angehörigen das Interesse für Kunst und Literatur zu wecken. Bei seiner Dankesrede verheimlichte der sympathische Bühnenmann seine Aufregung nicht: „Mein Herz fliegt raus“. Den Sonderpreis erhielt die bekannte Modedesignerin Sibilla Pavenstedt. Bei ihrem Mitmach-Modelabel „Made auf Veddel“ fertigen Frauen mit Migrationshintergrund hochwertige Einzelstücke, die Teil ihrer Kollektionen werden.
Der Bürgerpreis wird von der Bezirksversammlung gestiftet.
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