Wo Hamburg-Horns ländliche Anfänge liegen

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Der Hof am Bauerberg um 1926 Foto: Geschichtswerkstatt Horn
Hamburg. Mit der Radtour rund um die Horner Grenze endete Anfang September die Freiluft-Rundgangsaison der Geschichtswerkstatt Horn. Aber damit gehen die Hobbyhistoriker nicht in den „Winterschlaf“: Auch in der kalten Jahreszeit gibt‘s Interessantes. Los geht es am 25. September mit einem Rundgang im Sitzen. Klingt paradox? Ist es aber nicht, denn die Mitarbeiter des Stadtteilarchivs sind schon vor drei Jahren auf die Idee gekommen, ihre Rundgänge im Frühjahr und Herbst auch denen anzubieten, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Die Fotos, die sonst beim Rundgang vor Ort gezeigt werden, bilden die Grundlage für einen fachkundigen Lichtbildervortrag. Diese werden um aktuelle Aufnahmen ergänzt, um die Orientierung zu erleichtern.

Entlang des Bauerbergs

Den Auftakt zu diesen Vorträgen bildet der Rundgang entlang des Bauerbergs. Hier vermuten die Historiker die Keimzelle des Stadtteils. 1306 übertrug der Ritter Heinrich von Wedel seinen Hof an das „Hospital zum Heiligen Geist“ und ließ dieses beurkunden – Horns erste Erwähnung! Er hatte das Anwesen einst vom Hamburger Domherrn Siegfried von Herslo erworben, der am 7. 10. 1303 verstorben war. Einen Hof in Horn hatte es also bereits vor 1300 gegeben, und vermutlich wird er schon seinerzeit rechts des auf die Geest führenden Wegs gelegen haben, den spätere Generationen als „Bauerberg“ bezeichneten.
Der Diavortrag bietet sogar ein Highlight, das bei „echten“ Rundgang leider nicht möglich ist: Ein Blick in den Rundbunker an der Ecke zum Gojenboom. Im Jahre 2006 hatten die Mitglieder der Geschichtswerkstatt die Möglichkeit, ihn zu besichtigen und nutzen das natürlich für eine ausgiebige Fotodokumentation.
Der nächste „Rundgang“ findet dann bereits am 30. September statt. An diesem Tag, vor genau 120 Jahren, wurde der Kirchturm der Martinskirche eingeweiht. Aus diesem Anlass findet um 18 Uhr ein kleiner Festgottesdienst in der Martinskirche statt. Gegen 18:30 Uhr bietet dann die Geschichtswerkstatt einen Rundgang durch das Kirchenschiff an. Wer gut zu Fuß ist, kann dabei bis in den Zwischenboden steigen und steht dann direkt unter der größten Glocke. So nah erlebt man das Läuten der Stundenglocke nie wieder. Die Teilnahme an Gottesdienst und Rundgang sind kostenlos. (wb)
Donnerstag, 25. September, 19 Uhr im Gemeindehaus der Martinskirche, Bei der Martinskirche 2. Eintritt: 4 Euro
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