Zeitreise durch Billstedt, Hamm und Horn

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Kinder in den 1950er Jahren in der Vogelsiedlung Foto: Geschichtswerkstatt Billstedt
 
Die Kreuzung Horner Rennbahn/Sievekingsallee im Jahre 1961. Das Bild ist Teil der Ausstellung im Stadtteilhaus Horner Freiheit, die am Tag der Geschichtswerkstätten zu sehen ist Foto: Geschichtswerkstatt Horn

Am Tag der Geschichtswerkstätten bieten die Stadtteilarchive am 9. Oktober ein volles Programm

Von Stefanie Hörmann
Billstedt/Horn/Hamm
Wer sich für Stadtteilgeschichte interessiert, sollte sich Sonntag, 9. Oktober, rot im Kalender markieren, denn da gibt es in Billstedt, Horn und Hamm ein ganzes Füllhorn von Veranstaltungen, die die Herzen von Hobby-Historikern und auch von interessierten Anwohnern höher schlagen lassen. Am Tag der Geschichtswerkstätten, eben dem 9. Oktober, öffnen die Archive ihre Türen und die Besucher können sich ein Bild der Arbeit der Geschichtswerkstätten machen. Der Tag beginnt in Hamm mit dem Besuch des Stadtteilarchivs. Von 10 bis 15 Uhr ist geöffnet, und es wird in historischen Fotos, im Laufe von 29 Jahren ist die Kartei auf rund 30.000 Bilder angewachsen, alphabetisch sortiert nach Straßen, gestöbert. Um 11 Uhr fällt ein Blick in das Bunkermuseum im Wichernweg 16. Bei einer 45-minütigen Führung erfährt der Besucher, wie es während der Luftangriffe in diesen Bauten zugegangen ist. Der Bunker wurde 1940/41 errichtet und besteht aus Eingangsbereich mit Treppe in die Tiefe, Gasschleuse und vier Röhren.

Billstedts Geschichte


Fotos und Dokumente sowie Berichte von Zeitzeugen erzählen von den Luftangriffen auf Hamburg. Wer nicht in den Untergrund abtauchen möchte, sondern sich lieber bei einer Fahrradtour über den Siedlungsbau seit den 1920er Jahren informiert, startet stattdessen in Billstedt. Die Geschichtswerkstatt lädt um 11 Uhr zu der Fahrradtour „Billstedts grüner Norden“ ein. Sie startet am Kulturpalast und führt durch die weitläufigen Eigenheimsiedlungen beiderseits des Schiffbeker Wegs, deren Anfänge in die Zeit von den 1920er bis zu den 1950er Jahren reichen. Weiter geht es über den Schiffbeker und Öjendorfer Friedhof bis zum Öjendorfer Park, insgesamt drei Stunden dauert die Tour. Statt mit dem Radl lieber zu Fuß unterwegs? Dann ist der Rundgang der Geschichtswerkstatt Billstedt durch Kirchsteinbek vielleicht genau das richtige Angebot. Um 16 Uhr geht es vom Steinbeker Marktplatz los durch den alten Steinbeker Dorfkern über Ausbaustraßen aus der Zeit des Kaiserreichs bis in das Tal der Glinder Au. Das Motto:„Kirchsteinbek. Billstedts unbekannte Schönheit“ verspricht hübsche Ortsansichten. Sowohl über die Siedlungen am Schiffbeker Weg als auch über Kirchsteinbek hat die Geschichtswerkstatt Billstedt in den letzten Jahren Broschüren veröffentlicht. Die Publikationen heißen „Die Siedler vom Schiffbeker Weg. Aus Wiesen und Feldern wird ein Wohngebiet“ und „Kirchsteinbek. Ein holsteinisches Dorf wird von Hamburg verschluckt“. Viele Angebote für Familien hat die Geschichtswerkstatt Horn für den Tag der Geschichtswerkstätten vorbereitet. Treffpunkt für alle Veranstaltungen ist das Stadtteilhaus Horner Freiheit, Saal 1 und 2, zwischen 15 und 18 Uhr. Bei einem Luftbildpuzzle auf historischen Horn-Landkarten erleben die großen und kleinen Besucher, wie sich Horn seit 1929 verändert hat. Vor 40 Jahren fuhr zum letzten Mal die Straßenbahn zur Burgstraße. Im Fahrsimulator rattert man selbst noch einmal die Strecke entlang. Um 16 und um 17 Uhr gibt es Führungen durch den Archivkeller, dort lagern die Schätze der Horner Historiker. Und um 16 Uhr startet der Rundgang um den Gojenboom. Was war hier eigentlich früher los? Zum Beispiel fand das Schützenfest am Gojenboom statt und dann gab es hier auch Horns ersten Supermarkt. Die Schattenseite der Geschichte spart der Vortrag nicht aus: An die NS-Zeit erinnern Stolpersteine zum Gedenken der ermordeten Juden und ein Rundbunker. Jetzt ist Zeit für einen Besuch der Ausstellung „Rund um den Gojenboom – Bilder aus den letzten 100 Jahren“ im Saal der Horner Freiheit. Der Tag der Geschichtswerkstätten klingt schließlich aus mit einem Diavortrag zur Stadtteilgeschichte von Horn anhand der Straßennamen. Von den 111 Horner Straßen werden einige Namen vorgestellt und die Namensherkunft mit Bildern erläutert. Ein wahrhaft historischer Tag neigt sich dem Ende. (sh)

Tag der Geschichtswerkstätten: Sonntag, 9. Oktober, 10 bis 15 Uhr Stadtteilarchiv Hamm, Carl-Petersen-Straße 76, www.hh-hamm.de, 11 Uhr Bunkermuseum, Wichernsweg 16;
Geschichtswerkstatt Billstedt, Gothaer Weg 12, Fahrradtour um 11 Uhr, Start Kulturpalast;
Rundgang Kirchsteinbek Start 16 Uhr, Steinbeker Marktplatz, www.geschichtswerkstatt-billstedt.de;
15 bis 18 Uhr Geschichtswerkstatt Horn, Stadtteilhaus Horner Freiheit, Saal 1 + 2, Am Gojenboom 46, www.geschichtswerkstatt-horn.de. Der Eintritt ist frei
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