Zoff um Parkplätze

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Die Anhänger auf dem Mittelstreifen sind so platziert, dass die Werbung gut zu lesen ist. Die Anwohner halten das für eine Sondernutzung Foto: Grell

Anwohner fordern nachhaltige Lösung am Horner Kreisel

Von Karen Grell
Hamm
Wer an der Sievekings-alle kurz vor dem Horner Kreisel einen Parkplatz braucht, der wird vergeblich suchen. Es gibt kaum welche in den engen Seitenstraßen und nur wenige auf dem Mittelstreifen – und dann sind diese auch noch durch Werbeanhänger und dauerparkende Lkw blockiert. Die Situation ärgert die Anwohner bereits seit Jahren. Trotz mehrfacher Versuche, bei der Polizei Gehör zu finden, sei, laut Aussagen der Bewohner, „bisher rein gar nichts passiert“ (das Wochenblatt berichtete). „Wir wollen endlich eine Lösung“, beschwert sich Michael Rösing (47), der mit Polizei und Behörden in Kontakt steht und jetzt noch einmal die Nachbarn aktiviert hat. Gisela und Stefanie Nielsen haben einen Kleingarten direkt am Horner Kreisel und schimpfen ebenfalls über die fehlenden Parklücken. „Wenn wir kurz auf dem Rasen vor dem Gelände halten, um abzuladen, werden wir sofort aufgeschrieben“, erklären sie frustriert. „Wir wollen ja richtig parken“, so Rösing, „nur können wir die Parkstreifen durch die vielen abgestellten Werbeanhänger nicht für uns nutzen.“ Michael Rösing hat deshalb jetzt eine Tabelle mit den Parkdauerzeiten angefertigt. Der längste Aufenthalt eines Werbeträgers belaufe sich auf zwölf Monate. Rösing und viele der Anwohner halten diesen Tatbestand für strafbar, da es sich um eine Sondernutzung handle. Yannick Regh, Abgeordneter der SPD, war zu einem Rundgang durch die betroffenen Straßen gekommen und versprach, die Angelegenheit mit in den Verkehrsausschuss zu nehmen. Die erlaubte Standdauer betrage 14 Tage. „Nach zwei Wochen werden die Anhänger einfach um ein paar Meter versetzt und dann wieder stehen gelassen“, berichtet Rösing. Die Anwohner sind sauer, denn ganz offensichtlich handle es sich um das Nutzen von kostenlosen Werbeflächen, die dann zu Lasten der Menschen geht, die im Viertel leben und täglich einen Parkplatz benötigen. Auch Tiefgaragenplätze gäbe es kaum, und da sei man auf öffentliche Stellmöglichkeiten angewiesen. Zuständig sei nur das Ordnungsamt, das sich um unerlaubtes Aufstellen von Anhängern zu Werbezwecken kümmert. Einfach bleibt der Fall dennoch nicht, denn viele der Anhänger sind als reguläre Anhänger einzustufen. Norbert Dohmann, der seit über 40 Jahren im Stadtteil wohnt, hält die aktuelle Lage für den Höhepunkt der konfusen Situation für die Anwohner. „Auf den Parkstreifen zwischen Rad- und Fußgängerweg werden wir regelrecht angelockt, dürfen dann aber plötzlich zwischen den Bäumen doch nicht mehr parken, auf den Mittelstreifen stehen die Werbeanhänger und blockieren die Plätze.“ Was Dohmann besonders ärgert ist, dass „sogar die Lkw, die dort dauerparken, ohne Bußgeld ausgehen“. Für Norbert Dohmann eine Missachtung der Rechte der direkten Bewohner des Stadtteils. Er fordert zusammen mit vielen anderen, die sich lange schon über die Situation ärgern, endlich eine klare und nachhaltige Lösung. „Wir lassen uns nicht länger vertrösten.“
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