Zukunft der Kreuzkirche ungewiss

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Die Kreuzkirche steht „in zweiter Reihe“ an der Billstedter Hauptstraße Foto: Frank Berno Timm
 
Die Kreuzkirche macht auch in der Nachbarschaft auf sich aufmerksam Foto: Frank Berno Timm

Pastor sieht Prozess ganz am Anfang. Evangelische wollen im Stadtteil bleiben

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Sichtlich zurückhaltend reagiert der Billstedter Pastor Gerhard Bothe auf Fragen nach der Absicht, die Kreuzkirche Schiffbek zu verkaufen. Doch aus der Gemeinde kommen auch nach der Gemeindeversammlung zum Thema weiter kritische Stimmen: Man dürfe den Standort nicht aufgeben. „Es gibt nichts Neues.“ Pastor Gerhard Bothe reagiert auf Fragen des Hamburger Wochenblatts zur Verkaufsabsicht in Sachen Kreuzkirche mit hörbarer Zurückhaltung. Man stehe mit dem Prozess erst ganz am Anfang, ergänzt der Theologe. Nichts sagen will er auch zur Kritik an der geplanten Aufgabe des Sonntagsgottesdienstes – genauso wenig äußert er sich zu der Idee, die Kirche nicht nur an die Christlich-Aramäische Gemeinde (CAG), sondern zu Teilen auch an eine Privatperson zu veräußern. „Sicher auch nochmal geprüft“ werde die Idee eines Erbpachtvertrags, „nicht thematisieren“ will der Pastor den möglichen Erlös der Veräußerung. Nach der gut verlaufenen Gemeindeversammlung (das Hamburger Wochenblatt berichtete) zum Verkauf müsse Ruhe einkehren, das Thema „wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen“.

Unmut in der Gemeinde


Christoph Bohlen, Mitglied des Kirchgemeinderats, bestätigt dem Hamburger Wochenblatt den Eindruck, dass es 15 Jahre nach der Fusion der Gemeinden von Schiffbek und Öjendorf offensichtlich immer noch nicht verheilte Wunden gibt. Bohlen hat jedenfalls im Zuge der Versammlung am 13. April ein Papier verteilt, in dem davon die Rede ist, dass es „keine Investitionen in Schiffbek, aber umfangreiche in Öjendorf“ gegeben habe. Bohlen macht schriftlich darauf aufmerksam, dass ein möglicher Verkaufserlös nicht direkt in den Haushalt der Gemeinde einfließen kann. Im Gespräch ergänzt er, Immobilienerlöse dürften nur für Immobilien eingesetzt werden. Nach Bohlens Darstellung ist man auch mit der Umstellung auf kaufmännische Haushaltsführung und der Vorgabe, Rücklagen für die Bauten zu bilden, von einem Notverkauf weit entfernt. Und Bohlen sagt das, obwohl eine Begehung durch zwei Architekten des Kirchenkreises Hamburg-Ost nach seinen Angaben im letzten Jahr ergeben hat, dass auf die Gemeinde einige Aufwendungen zukommen. Die Kirche, stellt Bohlen klar, sei „nicht baufällig“. Außerdem macht er darauf aufmerksam, dass über die Errichtung eines förmlich festgelegten Sanierungsgebiets nach Baugesetz in Schiffbek diskutiert wird: „Schiffbek und sogar die Billstedter Hauptstraße könnten in 10 bis 15 Jahren deutlich attraktiver dastehen als heute. Auch deshalb sollten wir den Standort nicht aufgeben“. Und er bestätigt, dass es im Zuge des beabsichtigten Verkaufs von drei Gebäuden auch einen privaten Interessenten gebe, dessen Identität er aber nicht preisgeben wolle. Den regelmäßig stattfindenden Sonntagsgottesdienst in Schiffbek zu beenden, sei ein „völlig falsches Signal an den Stadtteil und den Gemeindeteil Schiffbek“. Es kommen im Schnitt nach seinen Angaben zwischen 15 und 20 Menschen zu den Gottesdiensten. Entscheiden müssen laut Bohlen die Kirchengemeinderäte, die Gemeindeversammlung habe nur eine beratende Funktion gehabt. Ähnliches sagt auch weiter Heinrich König, früherer Kirchenvorstand: „Es geht mir um den Erhalt der Kreuzkirche als evangelisch-lutherische Kirche in Billstedt.“.
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