3.600 Euro Strafe für Hamburger Busfahrer

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Ein Hamburger Busfahrer hat einen Fahrgast angefahren und muss 3.600 Euro Strafe zahlen Symbolfoto: thinkstock

Fahrgast angefahren – Anklage wegen Körperverletzung

Von Martin Jenssen
Hammerbrook/St. Georg
Busfahrer Torben K. (22) war genervt. Die S-Bahn-Strecke zwischen Wilhelmsburg und Berliner Tor war gesperrt. Er war am 18. August vergangenen Jahres für den Ersatzverkehr mit Bussen im Einsatz. Allerdings in einem Expressbus, der nicht alle Haltestellen anfahren musste. Als er gegen 17 Uhr an der Haltestelle Hammerbrook vorbeifahren wollte, stellte sich Philip G. (24) vor den Expressbus, um ihn zum Anhalten zu zwingen. Der Busfahrer fuhr langsam weiter. Philip G. behauptete: „Ich wurde von dem Bus getroffen, versuchte mich an dem Scheibenwischer festzuhalten. Doch der riss ab. Ich stürzte vor dem Bus zu Boden. Erst dann hielt der Busfahrer an.“ Die Verletzungen von Philip G.: ein paar Schrammen. Deshalb musste sich Torben K. wegen „gefährlicher Körperverletzung“ vor dem Amtsgericht St. Georg verantworten. Der Busfahrer verteidigte sich: „Der Mann hat erst an die Seitentür gehämmert und geschrien, ich solle die verdammte Tür aufmachen. Dann, als ich gerade anfuhr, sprang er mir vor den Bus. Ich habe sofort die Vollbremsung eingeleitet!“ Da zwei Zeugen die Version von Philip G. bestätigten, wurde der Busfahrer zu einer Geldstrafe von 3.600 Euro verurteilt. Strafmildernd werte das Gericht das aggressive Verhalten von Philip G., der vor den Bus von Torben K. sprang, so dass der Busfahrer halten musste, obwohl der Bus in Hammerbrook keinen Halteauftrag hatte. Ein Fahrverbot, das die Staatsanwaltschaft für den Busfahrer gefordert hatte, verhängte das Gericht nicht.
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