Feldwebel angeklagt

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Feldwebel soll Soldaten privat beschäftigt haben Symbolfoto: thinkstock

Der Vorwurf lautet auf „Missbrauch der Befehlsbefugnis zu unzulässigen Zwecken“

Billstedt Es ging um 30 Pflastersteine, einen Stapel Altpapier und etwa 16 Dienststunden bei der Bundeswehr. Weil er die Pflastersteine entwendet und die Soldaten privat beschäftigt haben soll, musste sich Stabsfeldwebel Michael L. (49) vor dem Amtsgericht St. Georg verantworten. Als Fachbereichsfeldwebel an der Universität der Bundeswehr in der Hanseaten-Kaserne in Jenfeld war er die „Mutter der Kompanie“. Vor Gericht brach der Angeklagte in Tränen aus. Er gab die Taten zu, allerdings habe er nicht gewollt, dass seine Untergebene die privaten Aufträge in der Dienstzeit erledigten. Sie trügen aber keine Schuld. Vorwurf der Staatsanwaltschaft: „Missbrauch der Befehlsbefugnis zu unzulässigen Zwecken.“ So soll der Obergefreite Sch. für den Angeklagten Skizzen für den Keller und den Anbau eines Privathauses in Billstedt erstellt haben. Der Hauptgefreite S. soll Pflastersteine, die auf dem Kasernengelände lagen, zum Billstedter Privatgrundstück seines Vorgesetzten transportiert haben. Außerdem sollen die Hauptgefreiten in der Kaserne gesammeltes Altpapier mit einem Dienstfahrzeug nach Billstedt gebracht und dort abgeladen haben. Das Altpapier brauchte Michael L. für seine Mäusezucht. In seiner Zeugenaussage berichtete der brave Soldat Sch. (25): „Der Stabsfeldwebel hatte gesehen, dass ich mich langweilte, und gab mir die Aufgabe, Pläne für sein Haus zu zeichnen. Allerdings bin ich kein Fachmann. Die Zeichnungen war künstlerisch ganz schön, aber für die Praxis nicht zu gebrauchen.“ Strafverschärfend kam hinzu: Bei Ausführung der Zeichnungen benutzte der Soldat einen Dienstbleistift. „Auch wenn ein Dienstbleistift für private Zwecke missbraucht wurde, denke ich: Die Taten sind nicht so gravierend, dass wir den Angeklagten verurteilen müssen.“ Das Verfahren wurde gegen ein Bußgeld von 1200 Euro eingestellt. (je)
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