Mord an Helfer

Anzeige
Adrian B. verletzte sein Opfer mit einem Klappmesser tödlich und steht dafür vor Gericht Symbolfoto: thinkstock

Täter muss sich vor Gericht verantworten

Von Martin Jenssen
Billstedt
Der Tod kam am frühen Morgen kurz vor 4 Uhr auf der Billstedter Hauptstraße. „Der Angriff gegen den 22jährigen Lehrling Kamil S. kam unvermittelt und heimtückisch“, so die Beurteilung der Staatsanwaltschaft. Der Angreifer Adrian B. (20) muss sich deshalb wegen Mordes vor dem Jugendschwurgericht verantworten. Ihm droht eine Jugendstrafe von zehn Jahren.
Die tödliche Auseinandersetzung ereignete sich am 10. Mai. Adrian B. hatte sich nach durchzechter Nacht auf dem Nachhauseweg mit seiner Freundin Patricia J. gestritten. Er schubste die junge Frau und brüllte sie an. Auf der Straße kam dem Paar eine Gruppe junger Polen entgegen. Aus der Gruppe rief einer der Männer Adrian B. zu: „Man schlägt doch keine Frauen. Wenn du der Frau ein Problem machst, dann mache ich dir ein Problem.“. Adrian B. kehrte seiner Freundin und den Männern den Rücken und ging in Richtung Panorama-Hotel davon. Dann überlegte er es sich anders. Mit einem Klappmesser in der Faust kehrte er zurück. Kamil S. trat ihm gegenüber. Sein couragiertes Eingreifen wurde ihm zum Verhängnis. Adrian B. traf mit dem Messer die Halsschlagader von Kamil S., der in Hamburg gerade eine Lehre in der Baubranche begonnen hatte. Der Lehrling verblutete am Tatort.
Vor Gericht gab sich der Angeklagte reumütig. „Ich weiß, dass es dafür keine Entschuldigung gibt. Es tut mit furchtbar leid“, erklärte er unter Tränen in Richtung der Mutter des Opfers, die zu der Verhandlung aus Polen angereist war. Um seiner Freundin eine Freude zu machen, habe er sie am 9. Mai mit auf eine Party nach Allermöhe genommen, berichtete Adrian B. in seinem Geständnis. Es wurde viel getrunken. Auf der Rückfahrt habe der Streit zwischen ihm und seiner Freundin begonnen. Der Angeklagte: „Ich weiß nicht einmal, warum wir gestritten haben.“ Als ihnen die Gruppe junger Männer an der Billstedter Hauptstraße entgegenkam, sei er umgekehrt, um „Stress“ aus dem Weg zu gehen. Der Angeklagte: „Ich bekam aber ein schlechtes Gewissen. Ich wollte meine Freundin nicht alleine lassen. Deswegen kehrte ich zurück.“ Kamil S. sei mit erhobenen Fäusten auf ihn zugegangen. Adrian B.: „Auch ich nahm Kampfhaltung an. In der einen Faust hatte ich das Messer. Ich wollte, dass die Gruppe Angst bekommt. Dann ging alles so furchtbar schnell.“ Nach der Tat lief Adrian B. davon. Unterwegs warf er das Tatmesser in ein Gebüsch. Zwischendurch schlief er am Straßenrand ein. Um 7.45 Uhr stellt er sich in der Polizeistation Horner Rennbahn. Der Prozess wird am 2. November fortgesetzt.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige