Mord gibt Polizei weiter Rätsel auf

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Beamte am Fundort in Havighorst. Der Wagen des Opfers stand am Reinbeker Redder.Fotos: citynews

Wer tötete Familienvater Massoud A.? Ermittler hoffen auf Hinweise von Zeugen

Von Malte Betz
Oststeinbek. Eine Woche nach dem Mord an einem 29-jährigen Hamburger steht die Mordkommission Lübeck noch immer vor vielen Rätseln. Am Mittwochmorgen der vergangenen Woche hatte eine Spaziergängerin auf einem Feldweg, in Verlängerung der Ziegeleistraße in Havighorst, einen Leichnam entdeckt.
Bei dem Toten handelt es sich um Massoud A., einen Afghanen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Er wurde durch mehrere Schüsse getötet.
Kurze Zeit später fanden die Ermittler das Auto des Mordopfers, ein paar hundert Meter südlich des Leichenfunds, auf dem Parkplatz 3 der Kleingartensiedlung am Reinbeker Redder. Zwischen dem Fundort der Leiche und dem Parkplatz verläuft genau die Landesgrenze. Das Innere des 1er-BMW wies Brandspuren auf.
Offenbar hatten der oder die Täter versucht, durch das Anzünden Spuren zu verwischen. Beamte des Technischen Zuges der Bereitschaftspolizei Eutin untersuchten das Umfeld des Wagens sowie Abschnitte des Feldwegs nach Spuren. Der Wagen wurde von der Kriminaltechnik sichergestellt und ebenfalls nach Hinweisen abgesucht, etwa Stoff-, Haut- oder Haarpartikel, die verwertbare DNA-Spuren enthalten können.
Sowohl der Tathergang aber besonders das Motiv geben den Ermittlern, die eng mit den Hamburger Landeskriminalamt zusammenarbeiten, Rätsel auf. Massoud A. arbeitete als Portier im Hotel ‚Marienthal‘ in der Straße Am Husarendenkmal 33 in Marienthal. In der Nacht zu Mittwoch hatte er gegen 24 Uhr Feierabend. Danach verliert sich seine Spur.
Ob der oder die Täter Massoud direkt am Hotel abfingen, wo das Opfer seinen Wagen geparkt hatte, oder erst später auf ihn stießen, ist unklar. Vermutet werden kann, dass der anthrazitfarbene BMW in der Nacht durch Horn und Billstedt gefahren wurde.
Denn das Opfer wurde fast zehn Kilometer südöstlich seines Arbeitsplatzes gefunden – in entgegengesetzter Richtung zu seiner Wohnung in Bramfeld.
Massoud hinterlässt eine 30-jährige Frau und zwei Kinder, im Alter von sechs und zehn Jahren. Er war – ebenso wie sein persönliches Umfeld – noch nie polizeilich in Erscheinung getreten.
Nachbarn und Kollegen beschreiben den Mann laut Presseberichten als freundlich und zuvorkommend. Zum Ermittlungsstand und weiteren Details wollten weder die Lübecker Staatsanwaltschaft noch die Mordkommission der Bezirkskriminalinspektion Lübeck weitere Angaben machen. Die Beamten hoffen auf die Mithilfe möglicher Zeugen und fragen deshalb:

Wer hat in der Nacht vom
4. auf den 5. März auffällige Beobachtungen im Umfeld des Hotels ‚Marienthal‘ gemacht – eventuell auch bereits Tage zuvor?

Wem ist in der Nacht das Auto aufgefallen, ein gepflegter BMW 1er in anthrazit, Viertürer, Kennzeichen HH-MF 1778?

Wer hat nachts beim Fundort des Autos Beobachtungen gemacht? Parkplatz 3 unterhalb der Kleingartensiedlung am Reinbeker Redder, schräg gegenüber einem Autohaus.

Wer hat am Tatort, in der Oststeinbeker Ziegeleistraße und deren unbefestigter Verlängerung, in der Nacht zum 5. März Beobachtungen gemacht oder Schüsse gehört? (bez)

Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen, insbesondere die Mordkommission Lübeck unter Tel.: 0451-1310
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