Sicher surfen im Internet: Wie man Passwörter und

Anzeige
Computer-Nutzer sollten sichere Passwörter verwenden und diese in regelmäßigen Abständen wechseln Symbolfoto: thinkstock
 
Hauptkommissar Thomas Wieben ist Spezialist für Prävention Foto: Biehl

Wie man Passwörter und Kontodaten vor Hackern schützt. Teil 3 der Serie

Von Bert C. Biehl
Hamburg
Beim ersten Mal dachte sie noch an einen Irrtum, als sie die Mahnung eines Inkasso-Büros im Briefkasten vorfand. Bald darauf kam die nächste Zahlungsaufforderung. Für Tina Groll begann ein Alptraum. Immer mehr Rechnungen für Waren, die sie angeblich bestellt, aber nicht bezahlt hatte – erworben unter ihrem Namen, mit ihren persönlichen Daten. Was Groll erst nach mühevollen Recherchen herausfand: Betrüger hatten sich ihre Daten aus dem Internet beschafft. Die bestellten Waren im Wert von Zehntausenden Euro wurden an Deckadressen geliefert.
Die Empfänger tauchten ab, ohne zu bezahlen. Die geschädigten Unternehmen schickten die Rechnungen an die echte Tina Groll. Die musste viel Zeit und Geld für Juristen aufwenden, um ihren guten Ruf wiederherzustellen – denn alle offenen Forderungen waren zu ihren Lasten bei der Schufa eingetragen worden. Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen – Groll ist Redakteurin bei der „Zeit“. Was sie erlebte, hat sie auf ihrer Homepage www.tina-groll.de dokumentiert – eine Warnung für jeden. Denn so ein Identitätsdiebstahl kann alle treffen, die im Internet unterwegs sind – und das ist nur eine von unzähligen Verbrechensvarianten, die durch die weltweite Vernetzung heute möglich sind.
„Die Nutzung des Internets ist für die meisten von uns heute selbstverständlich. Leider fehlt es vielen Nutzern noch an dem erforderlichen Bewusstsein um ihre eigene Sicherheit“, weiß Hauptkommissar Thomas Wieben, Spezialist für Prävention am Kommissariat 34. Der Fall Groll geschah 2009. Es gibt viele ähnliche Taten, vermutet das Bundesamt für IT-Sicherheit (BSI: www.bsi-fuer-buerger.de). Das BSI analysiert Schadprogramme, auch solche, die zum Zweck des Identitätsdiebstahls geschrieben wurden.Davon gab es im Jahr 2014 rund 11.000 – pro Monat!
Mit solcher Schadsoftware spionieren Hacker die persönlichen Daten aus. Diese Programme können auf vielerlei Weise auf die heimischen Computer gelangen. Zum Beispiel durch fingierte Mails. Wer etwa eine Nachricht von Unbekannten mit einem Betreff wie „Gegen Sie wurde Anzeige erstattet“, „Ihr Konto wurde gesperrt“ oder Verlaufsnachrichten von Paketsendungen, die gar nicht bestellt wurden, ernst nimmt und die meist angehängte Datei öffnet, hat sich damit häufig ein Schadprogramm installiert. Meldet sich dann der Betroffene zum Beispiel beim Online-Banking oder Kauf-Portalen an, können Passwörter ausgespäht werden.
Ein weiteres Problem ist der freizügige Umgang mit eigenen Daten in Einkaufsportalen und sozialen Netzwerken. Kriminelle können durch Verknüpfung von Daten auf einfache Weise Nutzerprofile erstellen. Zudem greifen Hacker speziell die Server von Dienstleistern an, um Kundendaten zu stehlen.

Die wichtigsten Ratschläge der Polizei:
- Unbedingt Anti-Viren- und Anti-Spionageprogramm nutzen, persönliche Firewalls installieren.
- Betriebssysteme und Software regelmäßig aktualisieren.
- Nie mit Administratoren-Rechten online gehen, denn so können Schadprogramme auf alle Daten und Rechnerfunktionen zugreifen.
- Sichere Passwörter ausdenken und in regelmäßigen Abständen wechseln
- Vorsicht beim Öffnen von E-Mail-Anhängen. Erst recht von Absendern, die Sie nicht kennen. Bei bekannten Absendern im Zweifel nachfragen.
- Downloads aus dem Netz: nur von vertrauenswürdigen Quellen!
- Wer Drahtlos-Technik (WLAN) nutzt: Unbedingt den Router verschlüsseln, sonst können Daten von Unbefugten auch außerhalb der eigenen vier Wände mitgelesen werden.
- Bei allen Polizeidienststellen gibt es ein Faltblatt „Online-Sicherheit“.


Lesen Sie auch Teil 1 der Serie: Wo Diebe zugreifen. Polizei rät: So schützen Sie sich


>Lesen Sie auch Teil 2 der Serie: Vorsicht, „Enkeltrick“! Betrüger geben sich als Verwandte aus. Vor allem Senioren sind gefährdet
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige