Suizid in Untersuchungshaft

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Chris Z. beging am 11. September Suizid in seiner Zelle Symbolfoto: thinkstock

Chris Z. hatte zuvor seine Ex-Freundin im Gerichtssaal attackiert

Martin Jensen
Billstedt/Neustadt
Versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung. So lautete die Anklage gegen Chris Z. (39). Dieser Tage hätte sich der Straftäter vor dem Hamburger Landgericht verantworten müssen. Er wäre vermutlich zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Doch dazu wird es nicht mehr kommen. Chris Z. hat sich in seiner Zelle in der Untersuchungshaftanstalt das Leben genommen. Er erhängte sich. Für einen handfesten Justizskandal hatte Chris Z. (39) am 31. Januar dieses Jahres gesorgt. Während einer Berufungsverhandlung im Saal 183 des Hamburger Strafjustizgebäudes stürzte er sich als Angeklagter auf die Zeugin und Ex-Freundin Marina Ö. (25). Er wollte sie mit einer selbstgebastelten Waffe ermorden. Chris Z., der bereits eine Strafe von 16 Monaten absitzen musste, hatte sich im Knast mit Waffen versorgt: eine Rasierklinge und eine angespitzte Zahnbürste. Der Überfall auf die Zeugin ging glimpflich aus, weil Staatsanwalt, Verteidiger und Zuschauer den Angreifer stoppen konnten. Schon im Gefängnis hatte Chris Z. damals angekündigt, dass er sich an seiner Ex-Freundin aus Billstedt rächen wolle. In der Berufungsverhandlung ging es um Körperverletzung und Sachbeschädigung. Chris Z. war in erster Instanz zu der 16-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, weil er Marina Ö. mehrfach geschlagen und ihre Wohnung in Billstedt verwüstet hatte. Sie hatte ihn angezeigt. Bereits 2002 war Chris Z. wegen Mordes zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Auch damals war es eine Beziehungstat. Er hatte den neuen Freund seiner früheren Lebensgefährtin getötet.

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2 Kommentare
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Rainer Stelling aus St. Georg | 19.09.2017 | 17:08  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 20.09.2017 | 08:29  
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