Vermieter überfallen

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55-Jähriger stundenlang im Bett misshandelt. Beute: 26 Euro

Von Martin Jenssen
Billstedt
In seiner Wohnung in der Siedlung Sonnenland sollte sich Arno F. (55) eigentlich sicher fühlen. Der Hartz-IV-Empfänger besitzt keine Reichtümer. Ein Überfall auf ihn scheint folglich wenig lohnenswert. Und doch ist genau das passiert: Ein brutaler Überfall mitten in der Nacht. Die Täter waren ausgerechnet seine Untermieter, die genau wussten, dass ihr Vermieter ständig pleite war.
Um seine schmale Kasse etwas aufzubessern, hatte Arno F. sein Souterrain-Zimmer an den Montage-Arbeiter Simon D. (33) und dessen Freund, Timo S. (24), für 150 Euro im Monat vermietet. Am Tag des Überfalls, es war der 10. Januar, hatten sie Gerhard U. (30), einen Freund von Timo zu Besuch. Nach dem Genuss von einer Flasche Whisky und einigen Bieren, kamen sie auf die Idee, ihren Vermieter auszurauben.
Gegen 2.30 Uhr schlichen sie die Treppe hoch in sein Schlafzimmer. Dort lag Arno F. in seinem Bett. Der Fernseher lief noch. Die angetrunkenen Männer schlugen auf ihn ein und forderten Geld von ihm. Als Arno F. laut um Hilfe rief, soll ihm Gerhard U. eine Schere an den Hals gehalten und gedroht haben: „Wirst du noch einmal laut, kommst du nicht mehr aus der Wohnung raus!“ Die gesamte Barschaft von Arno F. lag auf dem Wohnungstisch: Sechs Euro in Münzen und ein 20-Euro-Schein. Obwohl Arno F. beteuerte, dass er auf seinem Konto kein weiteres Geld habe, musste er den Räubern die PIN-Nummer verraten.
Um 4.17 Uhr versuchte Simon D. sein Glück bei einem Bankautomat in der Nähe der Wohnung. Doch er kehrte ohne Geld in die Wohnung seines Vermieters zurück, wo die Mittäter auf ihn warteten. „Es waren nur vier Euro und ein paar Zerquetschte auf seinem Konto“, berichtete Simon D. in seinem Geständnis vor dem Hamburger Landgericht, vor dem er und seine Freunde sich zurzeit verantworten müssen.
Durch die heftigen Schläge, die ihm die drei Räuber versetzten, erlitt Arno F. einen Kieferbruch, einen Nasenbeinbruch, einen Rippenbruch, einen Riss im Ohr und diverse Prellungen.
Erst gegen 5 Uhr packten die Räuber ihre Sachen und verließen das Sonnenland. Ihr Opfer schlossen sie in seiner Wohnung ein. Arno F. musste, um Hilfe zu erlangen, aus dem Küchenfenster springen. Der Prozess wird fortgesetzt.
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