„Die Stimmung war toll, jeder war stolz“

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Mittelfeldspieler Rafael van der Vaart steht seit 2012 beim HSV unter Vertrag Foto: Witters

Nach Olympia 2012 in London ist er für Spiele in Hamburg

Von Frank Heike
Hamburg
Als Rafael van der Vaart im Sommer 2012 für die Tottenham Hotspurs spielte, kam er an den Olympischen Spielen in London gar nicht vorbei. „Die Stimmung in der ganzen Stadt war toll“, erzählt der Mittelfeldspieler des Hamburger SV, „es gab keinen Streit, jeder war gut gelaunt, und die Londoner waren einfach stolz, die Olympischen Spiele in ihrer Stadt zu haben. Es war so beschwingt, es war für gut zwei Wochen wie ein ganz anderes Leben.“
Für seine Wahlheimat Hamburg wünscht sich der 31 Jahre alte Niederländer ein ähnliches Fest der Völker und des Sports. Deswegen ist van der Vaart neben Maximilian Beister und Lewis Holtby einer von drei HSV-Profis, die für Olympische Spiele und Paralympics 2024 in Hamburg werben. „Spiele nach Hamburg zu bekommen, wäre ein Traum“, sagt van der Vaart, „ich glaube auch,
dass die Stadt so etwas organisieren kann.“ Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am 21. März, ob Deutschland sich mit Hamburg oder Berlin für die Spiele 2024 bewirbt. Van der Vaart glaubt an gute Chancen für die Hansestadt: „Jeder kennt doch Hamburg. Nur viele wissen nicht, wie schön die Stadt eigentlich ist. Wenn man hier mal war, will man auch nicht wieder weg.“
Besonders sein altes Revier Eppendorf hat es ihm natürlich angetan. Rund um den Falkenried-Neubau am Straßenbahnring, wo sie damals logierten, konnte man die van der Vaarts oft treffen, in der „Mars-Bar“ etwa. Nach der Trennung von seiner Frau Sylvie war Rafael van der Vaart zunächst mit Freundin Sabia und Sohn Damian nach Winterhude gezogen – auch ein beliebtes Pflaster vieler HSV-Profis. Inzwischen haben die van der Vaarts eine großzügige Bleibe in Alsterdorf gleich am Lauf des Flüsschens gefunden. Aber dem alten Quartier wird die Treue gehalten: „Ich mag Eppendorf und besuche auch die Stammlokale weiter“, sagt van der Vaart. Wenn auch seltener.

Buntes Durcheinander


Besonders in Erinnerung geblieben ist dem HSV-Kapitän aus den Londoner Tagen das bunte Durcheinander, die Mischung aus Menschen und Kulturen. „Es waren so viele Fans aus allen Ländern da, und alles war friedlich“, sagt er. Auch der Kontakt zu ihm eher fremden Sportarten war erfrischend: „Ich habe Beachvolleyball geguckt, das interessiert mich sonst nicht so. Dann natürlich Hockey und Schwimmen, weil die Holländer da gut sind. Aber es kommt gar nicht so auf die Sportart an. Auf dem Niveau sind alle gut“, sagt van der Vaart lachend, „man kann alles gut gucken.“
Wie viele Fußballprofis ist auch er ein Freund PS-starker Automobile. Aber als er hört, dass auf der Elbinsel Kleiner Grasbrook (Olympiastadion und Olympiapark) und auch in anderen Stadtteilen die Sportstätten so nah beieinander liegen sollen, dass man fast alles mit dem Fahrrad abfahren kann, schmunzelt er: „Da würde sogar ich den Wagen stehen lassen.“ Seine Favoriten Schwimmen und Hockey sollen nach Vorstellungen der Olympia-Planer in der neuen Olympia-Schwimmhalle im Olympiapark und im Millerntorstadion stattfinden – geschätzte 15 Fahrrad-Minuten voneinander entfernt.
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