Saisonfinale im Fußballtennis

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Fußballtennis erfodert vollen Körpereinsatz. So nah wie hier, kommen sich die Spieler aber selten Foto: mdt

Deutschen Meisterschaften am Wochenende – HVS lädt Besucher ein

Von Marco Dittmer
Billstedt
Wenn Besucher Jens Pemöller in der Turnhalle am Billstedter Steinadlerweg trainieren sehen, haben viele große Fragezeichen in den Köpfen.
Zwei Mannschaften zu je vier Spielern kicken und köpfen auf einem Volleyballfeld, getrennt durch ein Tennisnetz, einen Volleyball hin und her. Der 52-Jährige und seine Mannschaft vom HVS Integrativsport Hamburg e. V. spielen Fußballtennis. Die Sportart ist vor allem bei Fußballspielern ein beliebtes Techniktraining, darüberhinaus aber weitgehend unbekannt. Dabei gibt es bundesweit Tausende Spieler und einen offiziellen Verband, der Wettbewerbe bis hin zu Weltmeisterschaften organisiert.
Am kommenden Wochenende finden in Hamburg die Deutschen Meisterschaften des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) statt. Elf Vereine aus acht Bundesländern treten in Wilhelmsburg gegeneinander an. Pemöller spielt als Schlagmann aber nicht nur auf dem Spielfeld eine wichtige Rolle. Als Vorsitzender seines Vereins organisiert er die Wettkämpfe an der Elbe. Der Außendienstmitarbeiter für ein bayerisches Farbwerk will die Spiele dafür nutzen, die Sportart bekannter zu machen und viele Zuschauer in die Halle zu locken. „Als Gastgeber sorgen wir für Essen und Getränke“, sagt Pemöller, „Unterhaltung bieten die Spiele selbst.“ Die Meisterschaften beginnen bereits am Freitagabend. Ein Großteil der Begegnungen findet aber am Sonnabend statt.
Das DBS-Reglement beim Fußballtennis ist klar definiert. Je nach Handicap werden die Spieler mit Punkten klassifiziert. Ein Mitspieler ohne Einschränkungen bekommt null, ein Spieler mit einer Beinprothese bis zu vier Punkte. Laut Reglement müssen pro Mannschaft immer fünf Punkte auf dem Feld stehen. Jens Pemöller hat wegen seines Astmas zwei Punkte. Er spielt schon seit 33 Jahren Fußballtennis. Er gehört zu den Ausnahmen, die sich gleich für den Sport entschieden haben. Die meisten Spieler kickten vorher in einem Fußballverein und wechselten aus Verletzungsgründen Spielfeld und Ball.
Vorläufiger Höhepunkt für ihn und seine Mannschaft sind die Meisterschaften am Wochenende. „Holzminden ist klarer Favorit“, sagt Pemöller. Die Nordrhein-Westfalen haben bereits zwei Titel in der Tasche. Entmutigen lässt sich die Hamburg-Auswahl davon nicht.

DBS-Turnier, Drattelnstraße 26, Freitag ab 16.30 Uhr, Sonnabend ab 8.30 Uhr
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