Hamburger gründen Genossenschaft

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Margret Bonke (70) und Corinna Gülzow (45) kämpfen in der Initiative „Rettet Elisa“ seit Jahren für den Erhalt des Schuhmacherbaus aus dem 1930er Jahren Foto: mdt

Elisa e. G. will Wohnhaus am Elisabethgehölz in Hamm kaufen

Von Marco Dittmer-Thielcke
Hamburg. Der Streit um die Wohnanlage „Elisa“ am Elisabethgehölz nähert sich seinem Ende: Abriss und Neubau oder Erhalt durch Sanierungen, so die Forderungen. Während die Wohnungsgenossenschaft VHW offenbar bereits den Abriss der u-förmigen Wohnungsanlage vorbereitet, haben Anwohner und Unterstützer der Elisa-Initiative eine eigene Genossenschaft mit dem Ziel gegründet, der VHW ein Kaufangebot zu unterbreiten. Noch in dieser Woche könnte die Elisa e. G. der VHW ein entsprechendes Angebot machen.
„Das Haus muss erhalten bleiben. Es hat als eines der wenigen die Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg überlebt und einen ganz besonderen Charme“, sagt Corinna Gülzow. Die 45-Jährige ist Gründungsmitglied der Elisa e. G. und eine von sieben verbliebenen Bewohnern. Insgesamt hat das Haus 122 Wohnungen. Die Mitglieder der neugegründeten Genossenschaft schätzen den Wert des Schumacherbaus auf mindestens zwei Millionen Euro, so viel soll allein das Grundstück wert sein. Der Kauf könnte über einen Mix aus Förderungen der Stadt, Krediten und dem Verkauf von Genossenschaftsanteilen finanziert werden. „Immobilienberater haben mit uns ein realistisches Angebot ausgearbeitet“, sagt Gülzow. Sie kämpft mit der Initiative „Rettet Elisa“ schon seit Jahren gegen den Abriss.
Die VHW hat die Abrissgenehmigung schon in der Tasche. Seit vergangener Woche werden laut Eigentümer die Schadstoffe aus den Häusern entfernt, die bei einem Abriss freigesetzt werden könnten. „Die Arbeiten bereiten den Abriss aber nur vor. Wir reißen nicht ab, bevor wir uns nicht mit den Bewohnern geeinigt haben“, sagt Annika Patzelt, Pressesprecherin der VHW.
Im Oktober hoffte die Initiative noch, dass die Gebäude unter Denkmalschutz gestellt werden könnten. „Der Denkmalschutzrat, die Architektenkammer und ein Gutachter sprachen sich dafür aus“, sagt Gülzow. Doch das Denkmalschutzamt lehnt eine Neubewertung ab. „Die Behörde hat sich sehr intensiv mit dem Elisabethgehölz befasst. Der Sanierungsbedarf der entstehen würde, wenn die Anlage unter Denkmalschutz gestellt werden würde, wäre dem Eigentümer aber nicht zuzumuten“, sagt Enno Isermann, Sprecher der Kulturbehörde, zu der das Denkmalschutzamt gehört. An den Gesprächen haben laut Isermann auch die Kultursenatorin Jutta Blankau und der Vorstand der VHW teilgenommen.
Unter früheren Bewohnern, die auf eine Rückkehr in den Neubau „Elisa II“ hoffen, macht sich unterdessen Unmut breit. Die VHW hatte den Bewohnern eine Rückkehr zugesichert und eine Miete von 5,90 Euro pro Quadratmeter versprochen. Viele sind damals auf das Angebot der Genossenschaft eingegangen und warten seit dem auf den Beginn der Bauarbeiten. Die Reaktion auf das Kaufangebot der Elisa e. g. wird die Richtung für einen Erhalt oder den Abriss geben.
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1 Kommentar
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Thomas Cirsovius aus Hamm | 07.11.2014 | 16:33  
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