Hamm: Der tägliche Kampf um einen Stellplatz

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Rund um das Elisabethgehölz: Dauerparker blockieren noch zusätzlich die wenigen Parkplätze Foto: Grell
 
Nette Hinweisschilder hängen an besonders neuralgischen Bereichen schon an den Straßenbäumen Foto: Grell
Hamburg: Mettlerkampsweg |

Anwohner mit Pkw rund um das Elisabethgehölz sind genervt – Entspannung der „Chaos-Lage“ nicht in Sicht

Von Karen Grell
Hamm
Rund um das Elisabethgehölz ist die Parkplatzsituation, laut der Anwohner, chaotisch bis katastrophal. Der enge Mettlerkampsweg, die schmalen Nebenstraßen, Dauerparker und die vielen Einfahrten zu Tiefgaragen und Kellergeschossen lassen nur wenig Raum, um hier im Viertel seinen Wagen abzustellen. Norman, der schon in vielen Hamburger Stadtteilen gewohnt hat und vor zwei Jahren nach Hamm gezogen ist, hat teilweise schon bis zu einer halben Stunde nach einer freien Lücke gesucht: „Das hab ich nirgends sonst so extrem erlebt.“ Gerade nach großen Einkäufen sei es dann eine Qual, einen halben Kilometer bis zur eigenen Wohnung laufen zu müssen. „Ich habe eine geheime Lücke gefunden, wo ich mich immer hinein quetschen kann, aber nur halbwegs legal stehe“, ärgert sich der Neuzugezogene. Familie Barke kann sich der Beschwerde anschließen: „Wir haben schon versucht, einen festen Stellplatz anzumieten, aber das war eine totale Fehlanzeige.“ Die wenigen Parkplätze, die hier überhaupt zur Miete angeboten würden, seien schon für Jahre vorab gebucht. Besonders ärgerlich finden die Anwohner immer wieder auch das Fehlverhalten beim Parken. So gäbe es einige Autos, die seit Monaten rund um das Elisabethgehölz abgestellt und nicht mehr genutzt werden. Undurchsichtige, völlig verdreckte Frontscheiben und sogar Pflänzchen, die in den Dreckritzen wachsen, weisen auf das Dauerparken hin.

Dauerparker und ein wenig „Selbstjustiz“

„Die müssten dann einfach auch mal abgeschleppt werden“, so die Meinung der genervten Anwohner. Solange ein Auto aber zugelassen ist und auch die Steuern und die Versicherung bezahlt werden, liegt – nach Angaben der Polizei – kein Delikt vor und der Wagen könne auf einem zugelassenen Parkplatz abgestellt bleiben. Aus der Not heraus haben die direkten Bewohner am Mettlerkampsweg sich bereits eigene Maßnahmen überlegt. Um überhaupt in die Garagen einfahren zu können, stellen die Betroffenen „Hütchen“ auf, legen Pflastersteine zum Blockieren der Parklücken direkt vor die Einfahrten auf die Straße und hängen „nette“ Hinweisschilder auf. Wer trotzdem querschlägt und in Lücken steht, die Einfahrten blockieren, der bekommt auch schon mal die selbstgemachten Strafen der Anwohner zu spüren. Abgebrochene Scheibenwischer und beleidigte Briefe an der Windschutzscheibe sind die Antworten, die unzufriedene Anwohner als extreme Reaktionen zu bieten haben. „Mit einem großen Wagen könnten wir hier nicht einparken“, bemängelt Familie Barke die geringen Rangiermöglichkeiten aufgrund der Enge der Straße. „Zum Glück haben wir einen Firmenwagen“, schmunzeln die beiden. Nicht selten haben sie auch Parkversuche beobachtet, bei denen sich der Parker durch „Kontaktparken“ ein wenig mehr Platz in der Lücke verschafft habe. Das Schlimmste an der ganzen Lage in Hamm ist für die Anwohner die Aussichtslosigkeit der Situation. „Wir haben einfach auch keinen Lösungsvorschlag parat.“
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