Kirchen und Schulen

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Hammer Kirche um 1930 Foto: Stadtteilarchiv Hamm

Geschichte(n) aus dem Stadtteilarchiv Hamm (Teil 4)

Hamm. Wenn ein Ortsunkundiger zum ersten Mal durch Hamm spaziert, stößt er auf einen Widerspruch. Mehr als eine Hand voll Kirchen stehen in Hamm, und doch nimmt offenbar eine davon für sich in Anspruch, „die“ Hammer Kirche zu sein. Scheinbar eine Anmaßung, tatsächlich aber historisch bedingt und zu Recht erhoben. Seit ihrer Einweihung 1693 bestimmte die Dreifaltigkeitskirche monopolistisch das geistliche und bisweilen auch das weltliche Leben in Hamm; ihre Zuständigkeit erstreckte sich bis nach Eilbek und Horn. Erst als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts diese dörflich geprägten Flecke zu Hamburger Vororten und schließlich 1894 zu Stadtteilen wurden und Zehntausende sich neu in Hamm ansiedelten, veränderte sich das Wirken der Dreifaltigkeitskirche. Es entstanden Tochtergemeinden. Im Zentrum aber thronte über allen die Dreifaltigkeitskirche. Aber eben Hammer Kirche, und so wurde und wird sie bis heute genannt.
Die katholische Minderheit besucht die schöne alte Herz-Jesu-Kirche aus den 1920er-Jahren. Während sich Kirchen im gesamten Stadtteil verteilen, kam es bei den weltlichen Bildungsstätten zu einer deutlichen Ausdünnung. Vorbei die Vorkriegszeiten, als es im Stadtteilgebiet rund ein Dutzend Volksschulen gab. Hammer Grundschüler lernen heute in nur noch zwei staatlichen Schulen: der altehrwürdigen Osterbrook-Schule und der erst 1958 gebauten Schule Hohe Landwehr. Die Geschichte der weiterführenden Schulen ist eine besonders traurige, denn die Gymnasien genossen über die Stadtteilgrenzen hinaus einen sehr guten Ruf. Mädchen besuchten die Oberrealschule für Mädchen (später Caspar-Voght-Gymnasium, CVG) in der Caspar-Voght-Straße. Heute wird dort das Tanzbein geschwungen – das Gebäude dient als Trainingsort für Ballettschüler. Das Kirchenpauer-Gymnasium für die Jungen, kurz KIP, schloss Mitte der 80er-Jahre trotz aller Proteste von Seiten einer konzertierten Aktion aus Lehrern, Schülern, Eltern und Ehemaligen seine Pforten. Abitur machen Hammer auf dem Gymnasium Hamm. Bliebe noch die Schule Griesstraße im äußersten Nordosten Hamms. Die ehemalige Volksschule konnte sich mit einer Kooperation mit einem St. Georger Gymnasium über die jüngste Schulreform retten: in die Stadtteilschule Hamburg-Mitte. In der nächsten Ausgabe lesen Sie den fünften Teil der Geschichte(n) aus dem Stadtteilarchiv Hamm: Heißlaufen, abkühlen – Freizeit, Sport und Hammer Park. (hfr)
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