"Herzblut" oder "Was krieg ich dafür?"

Anzeige
Ein Lächeln oder ein Danke schön, ist oftmals der größte Lohn für Ehrenamtliche
Hamburg: Arnold Onken-Lüdicke |

Nachdenkliches über die Bereitschaft zum Ehrenamt

Im März dieses Jahres verabschiedete der Deutsche Bundestag das Ehrenamtsstärkungsgesetz. Ich will hier gar nicht auf das Gesetz selbst
eingehen. Mache mir aber, auch aus persönlichen Erfahrungen heraus, einige Gedanken über ehrenamtliches Engagement .
In unserer Zeit ist die zunehmende Individualisierung und Monetarisierung ein immer größerer Hinderungsgrund, sich ehrenamtlichen Tätigkeiten zu widmen.
Nicht selten wird die Bereitschaft mit der Frage: "Und was krieg ich dafür", begleitet."
Kürzlich hörte ich von einer Studie, nach der Bürger mit einem höheren Bildungsstand aktiver bei der Ausübung von Ehrenämtern sind. Ich halte diese Aussage zumindest für fragwürdig, es kann aber auch an der Definition des Begriffes "Ehrenamt" liegen. Es gibt so viele Menschen, die sich mit großem persönlichen Einsatz und jeder Menge Herzblut für ihre Mitmenschen einsetzen. Für sie ist das Angebot einer Vergütung fast eine Beleidigung, ihnen reicht ein Danke schön.
Verbessert werden muss die Situation traditioneller Ehrenämter, es darf nicht sein, dass zur Ausübung des Amtes noch Geld mitgebracht werden muss. Vielmehr sollten Räume, Computer und weitere notwendige Dinge kostenlos bereitgestellt werden.
Oftmals sind Arbeitgeber ein Hinderungsgrund für eine ehrenamtliche Beschäftigung, weil sie sich weigern Arbeitnehmer freizustellen, bzw. aus wirtschaftlichen Gründen gar nicht dazu in der Lage sind.
Für Bürger, die sich ehrenamtlich für ein bestimmtes Gebiet ,wie zum Beispiel Umweltschutz (Greenpeace, Robin Wood, BUND) einsetzen, spielt eine Bezahlung ebenfalls keine Rolle. Sie treten unter anderem dafür ein, dass unsere Erde auch für zukünftige Generationen lebenswert bleibt.
Ähnlich verhält es sich bei den Frauen und Männern, die beim Roten Kreuz, der DLRG, THW , Freiwilligen Feuerwehren und vielen anderen Hilfsorganisationen ihren ehrenamtlichen Dienst leisten. Diese Hilfsorganisationen haben meist nur wenige hauptamtliche Mitarbeiter und sind auf Freiwillige angewiesen. Sie sind für uns Bürger da und im Notfall sofort zur Stelle. Leider vergessen zu viele Mitmenschen das, dabei ist kein Mensch vor Notfällen gefeit und wird froh sein, wenn Hilfe kommt. Das sollten wir immer bedenken, wenn uns mal wieder ein Martinhorn nervt.
Anzeige
Anzeige
1 Kommentar
1.241
Elke Noack aus Rahlstedt | 06.12.2013 | 10:21  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige