Brandschutz seit 1633

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Die Freiwillige Feuerwehr von 1929 Fotos: FF Bramfeld
 
Die Wittkittel (Weißkittel) auf dem Festzug von 1913

Es begann mit der „Hochfürstlichen Bramfeldischen Brand-Gilde“

Bramfeld. Wenn in der Gemeinde des Amtes Trittau vor etwa 400 Jahren ein Gehöft niederbrannte – und das war aufgrund der schlechten Wasserversorgung nicht selten der Fall, dann bedeutete ein brachliegender Hof auch weniger Einnahmen für das Amt Trittau.
Deshalb gründeten die Bramfelder bereits 1633 die „Hochfürstliche Bramfeldische Brand-Gilde – de anno 1633“. Aufgabe dieser Institution war es, den durch Brand geschädigten Dorfmitgliedern besser und schneller zu helfen. Dazu gehörte die Einrichtung einer Feuerversicherung auf Gegenseitigkeit. Ebenfalls wurde in der Brandgilde die ersten brandverhütenden Maßnahmen beschlossen und durchgeführt. Am 20. Januar 1776 wurde die Allgemeine Brandkasse eingeführt. Im Rahmen dieser Verordnung wurden die Dörfer angehalten, Pflichtfeuerwehren zu unterhalten. Damit übernahmen auch in Bramfeld die „Wittkittel“ – sie erhielten diesen Namen aus dem Volksmund, weil sie im Dienst weiße Leinenmäntel trugen – den Brandschutz.
Im Frühjahr 1887 wurde unter den Bramfelder Bürgern ein neuer Gedanke geboren. Nach dem Vorbild in einigen anderen Dörfern, wollte man auch hier eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben rufen. Nach langen Vorgesprächen war es dann am 24. Juli 1887 so weit: 24 Bramfelder fanden sich zusammen. Zu ihrem Commandeur wählten sie Heinrich Bahr, Spritzenmeister wurde Ernst Riepen. Der Königliche Kirchspielvogt in Bargteheide stimmte am 3. August 1887 der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Bramfeld zu. Im Jahre 1909 wurde in den Protokollen der Wehrversammlung erstmals die Bildung einer Feuerwehrkapelle erwähnt. Doch erst im Jahre 1910 gelang Ernst Schacht die Gründung aus den Reihen der Feuerwehr.

Im Krieg
Im Krieg war die Anzahl der Mitglieder durch Einziehung stark dezimiert, doch bereits 1919 betrug die Stärke der Freiwilligen Feuerwehr Bramfeld wieder 70 aktive und 29 passive Mitglieder.
Die erste Motorspritze konnte in Bramfeld am 28. Januar 1926 in Dienst gestellt werden. Sie hatte eine Leistung von 800 Liter Wasser pro Minute. Für diese Anschaffung wurde 4000 Mark an Spenden aufgebracht.
Die andere Hälfte des Kaufpreises trug die Landesbrandkasse Kiel.

Das erste Feuerwehrauto
Vier Jahre später, 1930, wurde das erste Kraftfahrzeug beschafft. Es war ein Gräf und Stift, das von den Adler-Werken in Bramfeld für die Feuerwehr umgebaut wurde. Im zweiten Weltkrieg wurden die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zweimal eingezogen. Beim zweiten Mal wurden sie direkt dem Luftschutz unterstellt. Sie hatten die graue Luftwaffenuniform zu tragen. Die Freiwillige Feuerwehr Bramfeld war praktisch aufgelöst. Nach dem Krieg bauten die Mitglieder die Feuerwehr wieder auf. In Ermangelung von Uniformen rückten sie in Zivilkleidung aus. 1950 wurden sie bereits wieder zu 28 Einsätzen gerufen. 1960 kamen dann die Schutzanzüge für Feuerwehrmänner.
Der Beginn des Jahres 1962 war von der großen Sturmflut überschattet, die in Hamburg 312 Menschen das Leben kostete. Auch hier war die Freiwillige Feuerwehr Bramfeld tagelang im Einsatz, um die Sturm- und Wasserschäden zu beseitigen. Am 16. August 1968 wurde der Grundstein für das neue Feuerwehrhaus an der Ellernreihe gelegt und bereits am 17. Dezember konnten die Kameraden ihr Haus beziehen. Im Jahre 1987 feierte die Freiwillige Feuerwehr Bramfeld bereits ihr hundertjähriges Bestehen. Im Jahre 1991 wechselte dann das erste weibliche Wesen von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung der Feuerwehr. Im Jahre 2000 wurde die Hompage der Feuerwehr ins Netz gestellt und 2002 der Förderverein gegründet. (ts)
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