AI-Gruppe Bramfeld sucht Helfer

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Kümmern sich um politische Gefangene in aller Welt: Deborah Ockert (v.l.,65), Jürgen Hein (78), Christine Scheunemann (64), Bernd Jarema (56) und Noëlle Mino-Wilde (62) Foto: tel
Hamburg: Bramfelder Kulturladen |

Stadtteilgruppe von Amnesty International braucht Unterstützer für mahnende Post an die Diktatoren der Welt

Von Michael Hertel
Bramfeld
„Hilfe, uns gehen die Helfer aus.“ Gerade erst hat die Bramfelder Stadtteilgruppe von Amnesty International (AI) ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert und ist nach einjährigem Gastspiel in der Simeon-Gemeinde wieder ins angestammte Brakula umgezogen, da droht die Auszehrung. Vom ursprünglichen Team ist nur noch Noëlle Mino-Wilde (62) dabei: „Im Jahr 1976 herrschten in Südamerika Militärdiktaturen. Dagegen wollte ich mich unbedingt engagieren“, erinnert sie sich.

Anliegen ist brandaktuell

Statt der rund 20 ehrenamtlichen Helfer, die sich für gewaltfreie politische Gefangene in aller Welt einsetzten, gehören heute nur noch sechs Personen der Gruppe an. „Unser Anliegen ist nach wie vor wichtig und brandaktuell. Aber heute gibt es für engagierte Menschen viel mehr Möglichkeiten als damals“, erklärt Gruppensprecherin Christine Scheunemann (64). Derzeit betreuen die Bramfelder elf Fälle. Da sind die beiden aserbaidschanischen Studenten, die die Statue des Vaters von Präsident Alijew mit einer kritischen Parole besprühten – nun drohen ihnen bis zu zwölf Jahre Haft. In Peru wird eine Kleinbauernfamilie von privaten Sicherheitskräften bedroht, weil ein Minenunternehmen ein Auge auf ihr Grundstück geworfen hat. Und auch der weltweit berühmteste „Whistleblower“ Edward Snowden gehört zu den Schützlingen der Bramfelder.

Helfer gesucht

Und was können sie tun? Zum Beispiel viele Briefe an die verantwortlichen Präsidenten oder Minister schreiben, „damit die merken, dass die Opfer nicht vergessen werden. In ungefähr einem Drittel der Fälle führt das zur Freilassung oder wenigsten zu Erleichterungen“, weiß Scheunemann. Gerade erst war wieder internationaler Tag der Menschenrechte (10. Dezember), und die Bramfelder haben Hunderte von Briefen an Diktatoren in aller Welt abgeschickt. Daneben gibt es im Büro am Eilbeker Weg 214 regelmäßige Sprechstunden und Infotage für Interessenten, es werden Marktstände und Ausstellungen organisiert sowie Kampagnen gefahren. Scheunemann: „Dafür brauchen wir Hilfe. Wir erwarten nicht mal eine regelmäßige Teilnahme.“

Die Gruppe trifft sich jeden dritten Montag im Monat um 20 Uhr im Brakula, Bramfelder Chaussee 265, und ist unter Telefon 0170/ 147 55 44 zu erreichen
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