Senioren auf der Leinwand

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Ein Meister vor der Kamera, aber auch am Instrument. Der ausgebildete Opernsänger greift immer noch gerne in die Saiten. Foto: Sobersko
 
Auch hinter dem Computer ist der Schauspieler zu Haus. Hier schreibt er seine Kurzgeschichten und noch mehr. Foto: Sobersko

Bramfelder Künstler demnächst im Kino zu sehen

Von Tanja Sobersko
Bramfeld. In diesem Sommer kommt eine Komödie in unsere Kinos, die manch Cineast dauerhaft mit Bramfeld in Verbindung bringen wird.

Im Max Brauer Haus im Hohnerredder lebt der Schauspieler Hannes Stelzer. Einst hatte er sich für das Haus entschieden, weil es ihm ermöglichte, hier zu wohnen während seine kranke Frau im Pflegebereich betreut wurde.
Seine Frau ging viel zu früh von ihm, wie er sagt, er allerdings ist in Bramfeld geblieben. Ebenso wie die Lebenslust, die trotz des Verlusts nicht gewichen ist.
Seit 1955 steht er auf Theaterbühnen und vor Fernsehkameras. In zahlreichen großen und kleinen Produktionen war er zu bewundern – mal mit Bart, mal ohne.
Sein letzter großer Triumph war die Auszeichnung des Films „Draußen“ beim „PSP Filmund50“-Festival. Hannes Stelzer spielte die Hauptrolle und der Kurzfilm ging als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Da war er bereits 1981. Dass Alter etwas Würdevolles und Schönes sein kann, das weiß Hannes Stelzer und lebt es auch. Die Hände in den Schoß legen – er doch nicht! Und so schreibt er Lieder und Kurzgeschichten, spielt Gitarre und Melodica, veröffentlicht Gedichte und tourt mit seiner „One-Man-Show“, in der er Heiteres und Besinnliches in Wort- und Liedform vorträgt, durch die Hansestadt und darüber hinaus. Ursprünglich ausgebildeter Opernsänger, der dann wegen einer Stimm-banderkrankung zur Schauspielerei wechselte, kann sich Hannes Stelzer rückblickend nicht über sein Leben beklagen. „Ich habe durch meinen Beruf Orte auf dieser Welt gesehen, von denen ich nur zu träumen wagte. Fjorde in Norwegen oder Wüsten in Marrokko.“ Doch bei all dem Flitter, den das Showgeschäft mit sich bringt, hat Hannes Stelzer nie die Bodenhaftung verloren. „Geld bedeutet mir kaum etwas. Hab immer gearbeitet und hatte mein Auskommen. Hab es aber nie verschleudert“, so das verantwortungsvolle Fazit des Allround-Talents. Jetzt, mit 88 Jahren, ist er Teil einer Sommerkomödie, die das Herz erwärmen wird, egal ob es draußen 15 oder 25 Grad sind.
Gemeinsam mit Otto Sander, Angelica Domröse, Thilo Prückner, Ralf Wolter und Herbert Feuerstein, gönnt er sich getreu dem Motto des Films nochmal den ganz großen Spaß: Bis zum Horizont, dann links.
Bis zum Horizont,
und dann links
Die stolze Annegret Simon ist neu im Seniorenheim. Ihr bekommt der Tapetenwechsel nicht besonders. Und das zu recht, weiß Herr Tiedgen, der ebenfalls lieber allein als betreut wohnen würde. Bewegungstherapie und Lesenachmittage sind für ihn der Inbegriff der Langeweile. Als die Bewohner des Seniorenheims zu einem Rundflug im Propellerflugzeug geladen werden, hat Tiedgen eine Idee. Kaum ist die Maschine in der Luft, verschwindet er im Cockpit und kommt kurz darauf als neuer Kapitän wieder heraus. Per demokratischer Abstimmung beschließt die Gruppe ihre eigene Entführung: ans Meer. Ausbrechen wollen sie, frei sein, ihren Sehnsüchten und Träumen die vielleicht letzte Chance geben. Doch die Flugzeugentführung bleibt nicht unbemerkt. Während sich Presse und Polizei mit Spekulationen überschlagen, fliegen die Alten immer weiter Richtung Süden – bis ihnen der Treibstoff ausgeht. Die Geschichte einer abenteuerlichen Reise, die alles verändert – egal, wie alt man ist.

Kinostart: Donnerstag,
12. Juli. Kinos: Holi, Passage und Zeise.
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