Anwohner wollen Dominikweg behalten

Anzeige
Historische Aufnahmen des Militaristen Hans Dominik

Straße sei nach Ingenieur, nicht nach Militaristen benannt

Von Rainer Glitz
Jenfeld. „Wir haben hier noch eine intakte Nachbarschaft“, erklärt Walter Elies, Anwohner im Dominikweg, stolz. „Dominikaner“ würden sich die Nachbarn nennen, viele von ihnen seien älter und hätten kleine Renten. Sie würde eine Umbennung des Dominikwegs, wie von den Wandsbeker Politikern gewollt, besonders treffen. „Dadurch entstehen Kosten für die Adressänderung bei Banken, Versicherungen und dergleichen“, sagt Elies. „Es geht hier um Fakten“, ärgert sich der ehemalige Ingenieur: „Das Thema Umbenennung betrifft uns gar nicht, denn Namenspate war ein Anderer.“ Und eben nicht der Offizier Hans Dominik, der in der damaligen deutschen Kolonie Kamerun diente. Sondern Hans Joachim Dominik, Ingenieur und Zukunftsschriftsteller.
Genau diese Variante sei belegt durch ein Zusatzschild, das bis in die 90er Jahre unter dem Straßennamen montiert war. Daran erinnern sich die Bewohner in der 1935 gebauten Siedlung in Jenfeld gut. Zwei alte Damen haben dies jetzt sogar ganz offiziell in einer eidesstattlichen Erklärung zu Protokoll gegeben. Diese sollen nun dem Bezirksamt Wandsbek und der Hamburger Kulturbehörde übergeben werden.
Denn die war auf eine Anfrage der SPD und der Grünen im Bezirk zu dem Schluss gekommen, dass die Wohnstraße nach dem Offizier benannt worden sei. „Wider besseres Wissen“, sagt Walter Elies. Ihm liegt eine Pressemitteilung aus dem Jahr 1947 in Kopie vor, mit der die Umbenennung der früheren Weddigenstraße begründet wurde. Der alte Name sei militaristisch, heißt es da. Stattdessen sollten die neuen Namen aus dem Bereich anerkannter Wissenschaftler oder Künstler erfolgen. „Das passt zu dem Zukunftsschriftsteller“, sagt Elies und ergänzt: „Warum sollten die Briten einen Militaristen durch einen anderen ersetzen?“

Den Antrag zurückziehen

Insgesamt sechs Leute hätten auf der Original-Karteikarte mit Schreibmaschine oder Bleistift geschrieben, „es gebe Ungereimtheiten“, so Elies. So sei Hans Dominik erst posthum zum Major befördert worden, wie dort steht. Und er sei in Kamerun gewesen, nicht wie behauptet in Südwestafrika. Der Antrag zu einer möglichen Umbenennung müsse zurückgezogen werden, fordern die Anwohner des Dominikwegs. Und, da die Vorwürfe eines kolonialistischen Hintergrundes auf die Nachbarschaft zurückfielen, erwarten sie eine öffentliche Entschuldigung.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige