Spannende Zeitreise durch Wandsbek

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Michael Pommerening streichelt den Löwen, der einst das Wandsbeker Schloss bewachte
 
Die Gräber von Matthias Claudius und seiner Frau Rebekka. Die Pläne zur Verschönerung des historischen Wandsbeker Friedhofs sollen noch im Januar vorgestellt werden Fotos: Jenssen

Michael Pommerening engagiert sich aus Leidenschaft für die Geschichte des Stadtteils

Von Martin Jenssen
Wandsbek. Wer heute durch Wandsbek wandert, sieht nur noch sehr wenige historische Gebäude. Das Stadtbild ist geprägt von Bauten, die nach 1950 entstanden. In seinem Buch „Wandsbek – Ein historischer Rundgang“ erklärt Autor Michael Pommerening: „Die Ursache hierfür war die größte Katastrophe, die das Kerngebiet zu überstehen hatte, die unbeschreiblichen Luftangriffe mit ihrem Schwerpunkt Ende des Monats Juli 1943.“

Spaziergang als Zeitreise

Vom früheren Stadtkern ist nicht mehr viel zu sehen. Dennoch hat Wandsbek seine zerbombte Geschichte zurückbekommen. Das ist dem Rechtsanwalt und Historiker Michael Pommerening (63) zu verdanken. 1998 erschuf er den „Historischen Rundgang durch Wandsbek“. Mit Hilfe dieses Stadtplans, können sich historisch interessierte Menschen in frühere Zeiten zurückversetzen. Alle geschichtsträchtigen Orte Wandsbeks sind darin verzeichnet. An den markierten Punkten berichten aufgestellte rote oder blaue Tafeln über die prominenten Persönlichkeiten, die dort lebten.
Eine bedeutende Rolle bei diesem Spaziergang durch das „alte Wandsbek“ spielt selbstverständlich Wandsbeks berühmtester Dichter Matthias Claudius (1740 bis 1815). Mehrere Tafeln berichten über die Stationen seines Lebens und Wirkens im Zentrum von Wandsbek. Claudius leitete von 1771 bis 1775 die Redaktion des „Wandsbecker Bothen“. Durch seine lyrischen und gelehrten Beiträge in dieser Zeitung machte er Wandsbek damals zum berühmtesten Marktflecken in Deutschland. Auf dem Rundgang wandeln die Interessenten auf den Spuren von Johann-Heinrich Voß (Homer-Übersetzer), Heinrich Rantzau (dem Fugger des Nordens) oder Tycho Brahe (Astronom). Schließlich wird der „Rundgänger“ auch kunstvolle Skulpturen entdecken, die einst das Wandsbeker Schloss zierten.
Viele deutsche Gemeinden haben Pommerenings Idee einer modernen „historischen Stadtführung“ aufgegriffen und bieten ähnliche Rundgänge durch ihre Stadtzentren an. Im Frühjahr 2014 wird der „Historische Rundgang durch Wandsbek“ mit einem QR-Code aufgewertet und somit auf den neusten Stand gebracht. Die geschichtliche Erforschung Wandsbeks hat Pommerening in mehreren Büchern festgehalten. Ein weiteres Buch über Matthias Claudius kommt in diesem Jahr dazu. Das Werk, an dem Pommerening seit drei Jahren arbeitet, soll im Herbst erscheinen, rechtzeitig vor dem „Claudius-Jahr“. Im Januar 2015 wird der 200. Todestag und im August der 275. Geburtstag des Dichters gefeiert.

Friedhof ist Juwel

Wichtig wird in diesem Jahr deshalb auch die Erneuerung des historischen Wandsbeker Friedhofs vor dem Schimmelmann-Mausoleum. Der Friedhof, auf dem neben Matthias Claudius und seiner Frau Rebekka auch viele berühmte Wandsbeker Bürger begraben sind, ist leider verwildert. Vor Beginn des Claudius-Jahres soll der Friedhof wieder zu einem „Juwel“ für Wandsbek werden. Um das zu erreichen hat sich die Initiative „Rettet den historischen Friedhof“ gebildet. Auch in dieser arbeitet Pommerening mit. Am Dienstag, 21. Januar, hat die Initiative die Pläne für die Neugestaltung des Friedhofs der Öffentlichkeit vorgestellt.
Michael Pommerening, gebürtiger Eilbeker und laut Hamburger Abendblatt ein „Wandsbeker aus Leidenschaft“, wurde für seine Verdienste bereits mit der Medaille „Bürger danken“ und dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Ehrenamtlich ist der Rechtsanwalt als Leiter des „Wandsbeker Forums“, als Vorsitzender des Grundeigentümervereins Wandsbek sowie als Vorstandsmitglied von „City Wandsbek“ tätig.
In Zusammenarbeit mit anderen Autoren verfasste Michael Pommerening im Mühlenbek Verlag folgende Bücher über Wandsbek und Eilbek:

Wandsbek – Ein historischer Rundgang“, 19,90 Euro
„Die Kirchen am Wandsbeker Markt“, 17,80 Euro
„Das Wandsbeker Schloss“, 24,90 Euro
„Eilbek in Wort und Bild“, 19,90 Euro
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