Fussball-Wahnsinn an der Snitgerreihe: 4 Tore in den letzten 10 Minuten

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Yunus Ok kommt aus der A-Jugend des DSC Hanseat und machte gegen den Störtebeker SV sein erstes Herren-Pflichtspiel (im Hintergrund Spielertrainer Ghazi Mustapha)
 
Seine Entscheidungen waren nicht immer unumstritten: Schiedsrichter Hans Peter von Postel

Ein Spiegelbild des bisherigen Saisonverlaufs war der Auftritt des DSC Hanseat am 6. Spieltag der Kreisliga 4 gegen den Störtebeker SV. Nach einem zwischenzeitlichen 2:4- und 3:5-Rückstand entführten die Dulsberger am Ende gleichermassen verdient wie glücklich mit 5:5 einen Punkt aus Horn.

Guter Start, schnelle 1:0-Führung

An der Snitgerreihe in Horn erwischte der DSC Hanseat nach dem spielfreien letzten Wochenende einen guten Start, schon nach wenigen Minuten erzielte Burak Dogan die bereits zu diesem Zeitpunkt verdiente 1:0-Führung. Aber statt weitere Stabilität ins Spiel der Hanseaten zu bringen, lief jetzt überraschend kaum noch etwas zusammen. Die altbekannten Abwehrschwächen, verbunden mit einer Vielzahl unerklärlicher Fehlpässe im Aufbauspiel, bauten die Störtebeker wieder auf, die mit schnellem Konterspiel das Ergebnis schon bald drehen und mit 2:1 in Führung gehen konnten. Was dann wie ein Weckruf für den DSC wirkte: Nachwuchsspieler Yunus Ok, der sein erstes Pflichtspiel bei den Herren machte, und Mannschaftskapitän Hans-Georg Koch waren allein vor dem Störtebeker Torwart zu zögerlich im Abschluss, das Schiedsrichterteam um Hans Peter von Postel stoppte die DSC-Offensive mit einigen umstrittenen Abseitsentscheidungen, erst Ricardo Polaske konnte kurz vor der Pause den verdienten 2:2-Ausgleich erzielen.

Totaler Fehlstart nach der Pause

Hatten die Anhänger der Dulsberger gehofft, dass es nach der Pause so weiter gehen würde, so sahen sie sich schnell eines Besseren belehrt. Stattdessen gab es einen Rückfall in die schlechteste Phase der 1. Halbzeit. Was die Störtebeker mit einem sauber ausgespielten Konter und einem Kopfballheber umgehend ausnutzten, um wieder mit 4:2 in Führung zu gehen. Spielertrainer Ghazi Mustapha brachte danach mit dem gerade aus dem Urlaub zurückgekehrten Baris Kilinc und dem Neuzugang Maurice Kurc noch mal frische Kräfte, aber wirklich besser wurde das Spiel der Dulsberger auch danach nicht. Vor allem mit leichtsinnigen Ballverlusten im Spielaufbau wurde der Störtebeker SV immer wieder zu Kontern eingeladen, die aber nichts Zählbares mehr erbrachten. Trotzdem hätte der DSC längst den Anschlusstreffer verdient gehabt: 2 Treffer wurden vom Schiedsrichter-Team nicht anerkannt, zudem scheiterte Hans-Georg Koch, nachdem er den Torwart bereits ausgespielt hatte, frei vor dem Tor.

Der Wahnsinn der letzten 10 Minuten

Als etwa eine Viertelstunde vor Schluss Dalibor Jankovic wegen wiederholten Meckerns die gelbrote Karte sah, schien das Spiel endgültig entschieden. Aber dann begann der Fussball-Wahnsinn an der Snitgerreihe: 10 Minuten vor Schluss erzielte Burak Dogan mit seinem zweiten Tor den 3:4-Anschlusstreffer, unmittelbar danach sah der DSC'er Baris Kilinc die gelbrote Karte. Der Grund war eher kurios: Er wollte von Schiedsrichter Hans Peter von Postel die verbleibende Spielzeit wissen, wodurch dieser sich bedrängt fühlte. Unmittelbar nach Wiederanpfiff stellten die Störtebeker mit dem 5:3 den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her. Doch mit nur noch 9 Spielern war der DSC Hanseat wie entfesselt: In der 86. und 88. Minute machte Mannschaftskapitän Hans-Georg Koch seine zuvor vergebenen Torchancen wieder wett und erzielte die Tore zum 5:4 und zum 5:5 Endstand.

Die Probleme: Stabilität und Disziplin

Wie in einem Brennglas konnte man in diesem Spiel die Stärken und Schwächen des DSC Hanseat erkennen. Die Mannschaft hat sicher ein grosses Potential, das sie in bestimmten Situationen - so nach dem Rückstand vor der Pause und bei der Aufholjagd am Ende - abrufen kann. Aber es fehlt die Stabilität in der Defensive und im Aufbau aus dem Mittelfeld. Und ein grosses Problem ist die Disziplin nach innen und nach aussen: Diskussionen mit den Mitspielern, Diskussionen mit den Schiedsrichtern - das fördert nicht die Konzentration und führt - siehe die 2 gelbroten Karten in diesem Spiel - zur Schwächung des eigenen Teams. Am nächsten Wochenende geht es gegen den Tabellenvorletzten Sporting Clube (Samstag, 14.9., 15 Uhr, Sportplatz Vogesenstrasse). Alles Andere als ein deutlicher Sieg wäre eine negative Überraschung. Aber mit Überraschungen - positiven wie negativen - muss mann in dieser Saison beim DSC Hanseat ja immer rechnen.
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