Neue Töne von Tocotronic

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Die vier Hamburger Jungs von Tocotronic kommen in die Sporthalle Foto: FKP Scorpio/M. Petersohn

Konzert am 17. Oktober in der Alsterdorfer Sporthalle

Alsterdorf Ihr Konzert Ende April im Mojo Club war in vier Tagen ausverkauft, frühere Auftritte in der Großen Freiheit ebenso. Jetzt spielt die Hamburger Band Tocotronic in der gut drei bis vier Mal so großen Alsterdorfer Sporthalle – und es gibt noch Tickets. Am 17. Oktober wird das Quartett, das vor 20 Jahren einen neuen Hamburger Sound begründete, bei dem Konzert sein aktuelles „Rotes Album“ live vorstellen. Es ist nicht nur ein neues Album von Dirk von Lotzow, Jan Müller, Rick McPhail und Arne Zank, es ist auch ein ganz neuer Stil. So sind die zwölf Songs von ruhigem Pop getragen, erinnern über weite Strecken eher an Singer-Songschreiber-Stücke, als an den alten rotzigen, aufmüpfigen Rock von Tocotronic. Der kommt nur stellenweise zum Vorschein, etwa bei dem Song „Sie irren“. Auch alte Protest-Zeilen wie „Wir kommen, um uns zu beschweren“ sucht man vergebens. Stattdessen geht es um die erste Liebe oder das Erwachsenwerden. Tocotronic arbeiten dabei sogar ausgiebig mit Streichern wie beim Stück „Solidarität“.
Ganz überraschend ist diese Neuerfindung der Band jedoch nicht. Für Sänger Dirk von Lotzow war es nie eine Option, über Jahrzehnte immer den gleichen Stil zu spielen. So gab er schon Ende der 90er-Jahre in einem Interview zu Protokoll: „Es kam uns vor, als gäbe es einen Tocotronic-Steckkasten, aus dem wir die Songs nur zusammenbasteln müssen. Ganz ehrlich, so darf keine Band am Leben bleiben. Niemand kann von uns verlangen, dass wir auf Knopfdruck immer die gleichen Protestsongs aus dem Ärmel schütteln. Das geht zwei, drei Platten gut und dann musst du umdenken, oder du spielst in zehn Jahren noch den gleichen Stiefel runter.“
Jetzt haben sich die vier Hamburger Jungs, die vor der Tocotronic-Gründung sogar teilweise Punk-Rock spielten, eben einmal im Steckkasten für Pop-Musik bedient. Einige alte Protest-Songs dürften sie bei ihrem Auftritt in der Sporthalle jedoch auch auf der Play-Liste stehen haben. (ho)

Sonnabend, 17. Oktober, 20 Uhr, Alsterdorfer Sporthalle, Krochmannstraße 5, Eintritt: 34 Euro
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