Wahl-Hamburgerin schreibt Hansestadt-Bestseller

Anzeige
Petra Oelker, seit über vier Jahrzehnten Wahl-Hamburgerin, verfasste neben historischen Hamburg-Krimis viele andere Werke, die zumeist in der Hansestadt spielen Foto: Haas

Petra Oelker, bekannt für ihre historischen Hamburg-Krimis, hat einen neuen Epochenroman verfasst: „Emmas Reise“

Von Waltraut Haas
Winterhude/Eppendorf
Kürzlich zog sie um, „nur ein paar Meter um die Ecke“, nach Eppendorf. Petra Oelker, 69, liebt die Nähe zur Alster. Als sie ihr neues Werk verfasste, stand ihr Schreibtisch – wie schon seit über 20 Jahren – noch in Winterhude: Jetzt erschien „Emmas Reise“. Der Roman spielt in der Zeit um 1650 – nach dem Dreißigjährigen Krieg. Dessen Folgen sind immer noch spürbar, als sich die junge Emma von Haaren auf eine riskante Reise von Hamburg nach Amsterdam begibt. Nach einem Überfall auf ihre Kutsche in der Wildeshauser Geest kann die 17-Jährige und der jüngere Valentin fliehen: sie durchqueren Moorlandschaften und Wälder, erleiden Hunger und Durst, treffen Freunde und Feinde. „Ursprünglich sollte es ein Jugendbuch werden. Zunächst bin ich fast ersoffen in meiner Recherche. Erst später kam der Schreibfluss, dann wollten Emma und Valentin wieder raus aus der Tonne“, erklärt die Schriftstellerin. Durch ihre Arbeit für zehn historische Kriminalromane mit der Komödiantin Rosina – allesamt Bestseller – kennt sie sich glänzend im Hamburg des 18. Jahrhundert aus. Doch für das neue Werk studierte Petra Oelker sämtliche geschichtlichen Details in Museen und Archiven, die für „Emmas Reise“ eine Rolle spielen sollten. Dann ging sie in Etappen auf Recherche-Reise: etwa zu Fuß bis nach Osnabrück. Später erkundete sie mit dem Rad bis Utrecht die Reiseroute ihrer neuen Heldin – auf uralten Handelswegen. Moderner Bequemlichkeiten war sich Petra Oelker dabei durchaus bewusst: ausgestattet mit Wanderstiefeln, Kreditkarte und Wegweisern. Auch die Landschaften hätten sich verändert: Statt Maisfeldern gab es früher große Moore mit typischen Pflanzen und Tieren. Nach Kenntnis der Reiseroute fand sich ein neuer Umgang mit den Wirrnissen der Zeit. Die gebürtige Emsländerin baute sogar ihre Lieblingsplätze ein – nach dem persönlichen Besuch der für die Handlung wichtigen Gegenden in Niedersachsen und Holland. „Schreiben ist für mich harte Arbeit, aber der Kopf braucht zwischendurch mal Pause“, sagt die Wahl-Hamburgerin. Beim Radeln oder Wandern fließen ihre Ideen zu detailreichen Einfällen – richtig nächster Bestseller. Dabei kommt die Naturverbundenheit der Förstertochter ebenso zum Tragen wie Anregungen etwa aus Gemälden oder die historisch verbürgte „Tulpen-Manie“ der Holländer. Auch ihre Maxime legt sie ihrer Heldin Emma in den Mund: „Man nimmt das, was man hat und macht das Beste draus.“ Der spannende 450-Seiten-Roman „Emmas Reise“ ist Epochenpanorama und Sittengemälde zugleich, erschienen bei Rowohlt.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige