75 Jahre Stiftung Parkheim

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Die Mietergruppe des Parkheims unter dem Torbogen zur Baumtwiete: „Wir leben gerne hier!“ Foto: Haas

Bezahlbarer Wohnraum für Kaufleute im Ruhestand

Von Waltraud Haas
Winterhude. Vergangenen Sonnabend feierten sie ein besonderes Jubiläum. Die Bewohner der „Stiftung Parkheim“ würdigten die 75-jährige Geschichte ihres schmucken Rotklinker-Ensembles an Baumkamp, Baumtwiete und Bussestraße, benannt nach der attaktiven Lage am angrenzenden Stadtpark.
Die Gebäude mit den kielförmigen Standerkern wurden nach Plänen der Architekten Alfredo Puls und Emil Richter auf einem ursprünglich städtischen Grundstück in Trapezform angelegt. Laut Denkmalschutzamt zählen sie zu den bedeutendsten Stiftungsbauten der 1920er-Jahre.
Die Festreden hielten Bezirksamtsleiter Harald Rösler, Pastor Felix Moser, Wolfgang Linnekogel, FHW sowie Dr. Mathias Petersen, Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. Sein Großonkel, der Hamburger Bürgermeister Dr. Carl Wilhelm Petersen, hatte das Parkheim der „Detaillistenkammer“ – der damaligen Interessenvertretung des Einzelhandels – 1927 eingeweiht. Eine außergewöhnliche Leistung einer Kammer, die 1938 in der Handelskammer aufging und die ihre Wohnanlage 1937 – noch rechtzeitig – in eine gemeinnützige Stiftung überführte.
So kann sie bis heute ihren Zweck erfüllen: kleinen Kaufleuten in ihrem Ruhestand bezahlbaren Wohnraum zu sichern, weil die Mieten sich nur an der Höhe der laufenden Kosten bemessen dürfen. „Mit dem Entschluss, für alte Angehörige des Einzelhandels, denen durch die Inflation die ersparten Mittel für den Lebensabend verlorengegangen waren, ein Parkheim zu schaffen, betrat die Detaillistenkammer einen neuen Weg.“
So heißt es in einer Chronik von 1929, die damals eine Fülle von sozialen Aufgaben wahrnahm. „Um hier zu wohnen, muss man immer noch mindestens zehn Jahre im Einzelhandel tätig gewesen sein, so will es die Satzung“, erklärt Werner Speer (75). Der ehemalige Uhrmachermeister führte über Jahrzehnte ein Juweliergeschäft am Rothenbaum. Jetzt engagiert er sich für die Belange der Bewohner im Verein der Freunde und Förderer der Stiftung Parkheim als Vorsitzender, wohnt hier auch mit seiner Frau Gerda. Bis heute werden 168 Wohnungen der gemeinnützigen Stiftung von 190 Senioren aus dem Einzelhandel bewohnt, unter ihnen deutlich mehr Damen als Herren. Einige wohnen schon Jahrzehnten hier. So zum Beispiel Anni Bunge: seit 40 Jahren. „Wir leben alle sehr gerne hier.“ Die Wohnanlage sei „hochinteressant“ für ältere Menschen. Ihre schöne Lage am Rand des Stadtparks heben sie hervor, die gute Verkehrsanbindung, die zu Fuß gut erreichbaren Geschäfte oder Arztpraxen am Winterhuder Marktplatz. „Und nicht zu vergessen: unsere Geselligkeit“, betonen sie.
Da wäre der Gemeinschaftsraum in der Bussestraße, in dem man sich trifft zu Kaffeerunden, Spielen und Klönschnacks. Ein Frauenkreis tagt regelmäßig. Auch Weihnachten werde gemeinsam gefeiert. Und viele Bewohner schwärmen von den geselligen Ausfahrten, die sie unternehmen.
Mehr Informationen unter:
www.stiftung-parkheim.de. (wh)
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