Ab Herbst neues Asylantenheim in Hamburg

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Das ehemalige Kreiswehrersatzamt an der Ecke Sophienterrasse / Mittelweg wird in den nächsten Monaten in eine Asylbewerberunterkunft umgebaut. Das Grundstück wurde für rund 14 Millionen Euro von der Stadt gekauftFoto: Hanke

Stadt bereitet Unterkunft in Top-Lage Sophienterrasse vor

Von Christian Hanke
Hamburg. Sind 14 Millionen Euro zu teuer für eine Asylbewerberunterkunft? Die Stadt Hamburg ist nicht dieser Meinung, denn sie hat das frühere Kreiswehrersatzamt der Bundeswehr an der Ecke Sophienterrasse / Mittelweg jetzt zu diesem Zweck vom Bund für diesen Preis erworben. CDU und Grüne sehen den Kauf unter dem Gesichtspunkt des Preises kritisch. „Der Standort ist geeignet. Das macht Sinn. Einrichtungen für Asylbewerber sollten über die ganze Stadt verteilt werden. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hätte bei dieser öffentlichen Aufgabe allerdings nicht nach dem Höchstgebot gehen sollen. Da steht sie in einer Verantwortung“, findet die Bürgerschaftsabgeordnete Antje Möller von den Grünen. Die CDU prüft gerade, ob der Senat im Vorfeld nach Alternativen gesucht hat. „Die Flüchtlinge müssen vernünftig untergebracht werden, aber 14 Millionen Euro sind viel Steuergeld für eine Unterkunft“, kritisiert der haushaltspolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Roland Heintze. Die SPD hat sich für eine langfristige Nutzung des Gebäudes als Asylbewerberheim ausgesprochen, mindestens für zehn Jahre. Immerhin hätte die Stadt rein theoretisch die Möglichkeit, nach Ablauf der Nutzung das Gebäude zu verkaufen – womöglich mit Gewinn, denn Immobilien sind in der Lage sehr gefragt. Wie der Wert des Grundstücks sich in den nächsten Jahren entwickeln wird, konnten Immobilienmakler mit Kenntnis über Harvestehude auf Wochenblatt-Anfrage „nicht seriös voraussagen“.
Obwohl der Haushaltsausschuss des Bundestages dem Verkauf des Grundstückes noch zustimmen muss, dürfen die Experten der Sozialbehörde das nun leer stehende Gebäude bereits begutachten. „Wir gucken, wo wir Küchen und Bäder einbauen müssen. Danach wissen wir, wie viele Zimmer wir einrichten können. Wir schätzen, dass wir rund 250 Plätze schaffen werden“, berichtet Marcel Schweitzer, der Sprecher der Sozialbehörde. Die Kosten für den Umbau können erst nach dem Abschluss der Planungen ermittelt werden. Mit der Fertigstellung des Umbaus wird im dritten Quartal 2014 gerechnet.
Große Zustimmung für die geplanten Asylbewerberunterkunft kommt von der SPD Eimsbüttel. „Wir wollen, dass die Menschen in Not hier angenommen werden und sie in den Stadtteil integrieren“, sagt die Vorsitzende der Bezirksversammlung, Mechthild Führbaum, die sich für die Organisation eines Netzwerkes stark gemacht hat. Gerade die wohlsituierte Nachbarschaft könne den Flüchtlingen besondere Chancen eröffnen, so Führbaum. Viele Anwohner haben sich bereits zusammengetan, um den Flüchtlingen zu helfen. Noch im Februar wollen die Unterstützer im Wilhelm-Gymnasium deshalb einen Verein gründen. Am 12. Februar sprechen einige von ihnen mit Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke. Auch der Bürgerverein Vor dem Dammtor / Pöseldorf macht mit.
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