Abi Jablonskys hat Musik im Blut

Anzeige
Abi und seine CD´s: hier fühlt sich der einstige Jablonsky-Wirt pudelwohl.Foto: Hanke

Der ehemalige „König von Eppendorf“ hat die vermutlich größte Plattensammlung Europas

Winterhude/Eppendorf. Er war der König von Eppendorf, zumindest in der Nacht, denn in Abis winziger Kneipe Jablonsky am Eppendorfer Marktplatz drängelten sich zwischen 1982 und 2000 so viele Menschen bei Rock´n Roll, Pop, Soul und deutschen Schlagern, die da eigentlich gar nicht hineinpassen konnten. Stimmung bis zum frühen Morgen – das Jablonsky war bis 12 Uhr morgens geöffnet – war die Devise. 30.000 neue Hamburger sollen durch Jablonsky-Kontakte auf die Welt gekommen sein.
Heute lebt Abi, der damals über seiner Eppendorfer Kneipe wohnte, – er hatte vorsichtshalber das ganze Haus gemietet – in einer kleinen Wohnung in Winterhude, umgeben von Musik. Denn die Musik ist sein Leben geblieben. „Es gibt nichts Besseres im Leben als Musik. Musik ist Feeling, Feinheit und menschliche Seele“, schwärmt Abi, der unverändert Lebenslust und Dynamik ausstrahlt wie in besten Jablonsky-Zeiten.
Mit der Musik beschäftigt sich Abi allerdings heute ganz anders als zu seinen Eppendorfer Zeiten. Er betreibt keinen gastronomischen Betrieb mehr, sondern tourt als DJ durch Deutschland, vornehmlich in Hamburg und Umgebung. Er legt bei Festivitäten aller Art auf. Sie müssen ihm nur zusagen.
Mit rund 90.000 Langspielplatten verfügte Abi 1990 über die größte Plattensammlung Europas. 2008 reduzierte er sie auf 30.000. Er verfügt außerdem über 10.000 CD´s mit eigenem Mixrepertoire. Vor zehn Jahren gab der umtriebige, gebürtige Ägypter seine Laufbahn als Betreiber von Kneipen und von einer Promotion-Firma auf, nachdem eine Neugründung, das Partyhaus in der Milchstraße, nicht so gut lief wie zuvor das Jablonsky. Warum überhaupt hat er die Kultstätte in Eppendorf aufgegeben? „Mein Arzt hatte mich gewarnt vor Lungenkrebs“, erzählt Abi, der an den Wochenenden meistens mitfeierte. Die Luft war raus. Ein neues Leben begann. „Ich hatte zwar viel Geld verdient, war mit mir aber unzufrieden“, erzählt der Kultkneipier. Abi focht einen neuen Kampf aus: „Abi gegen den alten Abi“. Der Umtriebige, Ausshäusige, zog sich in seine vier Wände zurück und begann die Musikgeschichte von 1930 bis heute zu studieren. Acht bis 15 Stunden verbrachte er mit Büchern in seinen Platten- und CD-Sammlungen.
Von den Damen ist übrigens keine geblieben. „Ich habe sie alle vergrault“, gesteht Abi freimütig. Frieden wünscht er sich. Den kann man nur schaffen, wenn drei Dinge bekämpft werden, glaubt Abi: „Armut, Krankheit und Dummheit.“ (ch)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige