Als die Osmanen nach Hamburg kamen

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Türkischunterricht: Konsul Mustafa Metik Bey unterrichtet noch in arabischer Schrift, die erst Kemal Attatürk abschaffte Foto: Uni

Ausstellung über türkische Einwanderer am Anfang des 20. Jahrhunderts

Rotherbaum Menschen mit türkischem Migrationshintergrund leben heute ganz selbstverständlich in Hamburg. Von einer Zeit, in der nur wenige Türken in Hamburg lebten, die in einer Polizeiakte „Türken“ aufgelistet wurden, handelt die Schau „Osmanen in Hamburg“, die in der Staats- und Universitätsbibliothek zu sehen ist. „Eine Beziehungsgeschichte zur Zeit des Ersten Weltkrieges“ haben die Ausstellungsmacher die Schau aus Akten, Fotos und Gegenständen genannt. Sie behandelt die Jahre vor und während des Ersten Weltkrieges, in dem das Osmanische Reich mit Deutschland verbündet war.
Türken, „Osmanen“, kamen im Laufe des 19. Jahrhunderts erstmalig meistens aus wirtschaftlichen Gründen nach Hamburg. 1839 hatten die Hansestädte einen „Freundschafts-, Handels- und Schiffahrts-Vertrag“ mit dem Osmanischen Reich geschlossen. 1844 eröffneten die Türken ihr erstes Generalkonsulat in Hamburg. Vor dem Ersten Weltkrieg kamen politische Gründe hinzu, die auf guten deutsch-türkischen Beziehungen der vorangegangenen Jahren beruhten.
In der Ausstellung werden Dokumente über eine osmanische Studienkommission auf Deutschlandreise präsentiert, die 1911 in Hamburg gastierte. Ein Bild zeigt ersten Türkischunterricht in Hamburg 1915. Der Konsul selbst fungierte als Lehrer, Ergebnis der Gründung der Deutsch-Türkischen Vereinigung 1914, die den kulturellen Austausch fördern sollte. Von diplomatischen und staatlichen Kontakten zeugen die Briefe über die Verleihung des Hanseatenkreuzes an den türkischen Sultan Mohammed V.
Thematisiert wird auch die Geschichte des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg und den Völkermord der Osmanen an den Armeniern 1915/16. Die Dokumente haben Turkologe Dr. Yavuz Köse vom Asien-Afrika-Institut der Universität und Studentinnen im Staatsarchiv, im Museum für Kunst und Gewerbe und im Museum der Arbeit gefunden. Auch das Türkei Europa Zentrum Hamburg und die Landeszentrale für politische Bildung sind beteiligt. (ch)
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