Alsterdorfer Gärten: 132 neue Wohnungen

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Thomas Eisenreich, Vorstand der Evangelischen Stiftung AlsterdorfFotos: Hanke

Stiftung baut barrierefrei und öffentlich gefördert

Alsterdorf. Neubauprojekt auf dem Gelände der Evangelischen Stiftung Alsterdorf: Eine rund ein Hektar große Fläche an der Alsterdorfer Straße, die bislang größtenteils als Parkplatz genutzt wurde, hat sich in eine große Baustelle verwandelt. Hier entstehen fünf neue Wohnhäuser mit zusammen 132 Wohnungen in Größen von 42 bis 141 Quadratmetern unter dem Namen „Alsterdorfer Gärten“. 63 werden behindertengerecht für betreutes Wohnen eingerichtet. Die übrigen 68 entstehen im öffentlich geförderten Wohnungsbau.
Wer hier später einmal einziehen will, muss einen Wohnungsberechtigungsschein vorlegen. Zwischen den Gebäuden werden Grünanlagen mit „Aufenthaltsinseln“ und barrierefreien Wegen angelegt. „Wir realisieren hier den Anspruch der Stiftung, Wohnungen für Menschen zu bauen, die sonst auf dem Wohnungsmarkt durchs Raster fallen, Behinderte, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und Familien mit mittleren und geringen Einkommen“, erzählt Thomas Eisenreich vom Vorstand der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Wie auf dem ganzen Gelände der Stiftung werden betreutes und nichtbetreutes Wohnen größtenteils nicht voneinander getrennt. Inklusion lautet die Devise. Aber nicht nur. Einer der fünf Neubauten wird ausschließlich behindertengerechte Wohnungen beherbergen.
Wohngruppen
In einigen Etagen sollen außerdem Wohngruppen mit Gemeinschaftsräumen eingerichtet werden, in denen auch Schwerstbehinderte leben können. „Auch Menschen mit Behinderung genießen Rückzugsmöglichkeiten in einem Wohnhaus, ebenso wie den Austausch mit Nachbarn, die auch einen Unterstützungsbedarf haben können. Das sind Erfahrungen aus der Wohnungswirtschaft“, erläutert Thomas Eisenreich. So werden nun auch die letzten Bewohnerinnen und Bewohner des Wilfried-Borck-Hauses in die Neubauten umziehen können, das im nächsten Jahr abgerissen werden soll. Der beschlossene Abriss des Wilfried-Borck-Hauses, des letzten Gebäudes aus den Zeiten der „Alsterdorfer Anstalten“, den Zeiten der geschlossenen Unterbringung von Behinderten, hatte für Aufregung gesorgt, da einige langjährige Bewohner nicht ausziehen möchten, auch weil sie in einem Haus, in dem auch Nichtbehinderte leben, Angst vor Ausgrenzung haben.
Verhandlungen mit Anwalt
„Wir haben von einer Klage abgesehen, befinden uns aber in Verhandlungen mit der Evangelischen Stiftung Alsterdorf um eine angemessene Unterbringung von Schwerstbehinderten in den Neubauten und deren Bewegungsfreiheit in den Außengeländen“; erzählt Anwalt Lothar Selke vom Verein „Verbraucherschutz für Behinderte e.V.“. Voraussichtlich im Herbst 2014. Dann sollen die Neubauten an der Alsterdorfer Straße fertiggestellt sein. (ch)
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