Anlieger früh informieren

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An der „kleinen“ Eppendorfer Landstraße, Nr. 97-109, wird demnächst neu gebaut. Auch ein Fall für Grundwasserabsenkungen? Foto: Hanke

Bezirksparlament: Bauherren müssen Grundwassereingriff öffentlich machen

Eppendorf/Winterhude/Alsterdorf Eingriffe ins Grundwasser müssen künftig von Bauherren rechtzeitig der Öffentlichkeit mitgeteilt werden, soweit es der „rechtliche Rahmen“ zulässt. Das hat die Bezirksversammlung Hamburg-Nord nach Beschluss im Regionalausschuss Eppendorf/Winterhude auf Antrag von SPD und Grünen beschlossen. Aufgrund der Diskussion über Folgeschäden von Grundwasserabsenkungen in Eppendorf und Alsterdorf in den vergangenen Monaten und zwei öffentlichen Anhörungen zu diesem Thema (das Wochenblatt berichtete) hatten die Fraktionen der Bezirkspolitik Hamburg-Nord nun verschiedene Anträge vorgelegt. Der umfassendste und in einigen Punkten vorsichtigste der Mehrheitsparteien SPD und Grüne wurde auch mit den Stimmen der anderen Fraktionen beschlossen.
Danach muss über geplante Bauvorhaben und damit verbundene Grundwasserabsenkungen „frühzeitig und umfassend über die Medien, im zuständigen Regionalausschuss, vor Ort am Bauplatz und auf der Website der Umweltbehörde oder des Vorhabenträgers informiert“ werden. Kontakte für Rückfragen müssten ermöglicht werden. Messdaten zum Grundwasser müssen der Öffentlichkeit zugänglich und interpretierbar gemacht werden.
Grundwassermessstände, die der Beobachtung der Absenkung dienen, werden so online gestellt, dass sie korrekt interpretiert werden können. Insbesondere in Bezug auf die Baumaßnahmen Eppendorfer Landstraße 106a muss „größtmögliche Transparenz über die geplanten Grundwasserabsenkungen“ hergestellt werden. Nach Abschluss der Baumaßnahme soll in einer Ausschusssitzung über die „gemachten Erfahrungen“ bei der Grundwasserüberwachung diskutiert werden. Die Linken hatten darüberhinaus eine schriftliche Information der Bevölkerung „innerhalb des Absenkradius“ durch den Grundeigentümer der Baumaßnahme, ein Beweissicherungsverfahren für die umliegenden Gebäude auf eigene Kosten und eine intensive Kontrolle der Baustellen Eppendorfer Landstraße 106a und Nr. 97-109 durch die Bauaufsicht gefordert. Anwohnerin Edith Aufdembrinke, die sich mit den Grundwasserabsenkungen besonders intensiv beschäftigt hat, forderte Infoveranstaltungen für alle von Baumaßnahmen mit Grundwasserabsenkungen Betroffene und deren Zustimmung zu den Absenkungen, um der Entwertung von Eigentum durch Grundwasserschäden zuvorzukommen. „Die Häufung von Fällen muss beobachtet werden“, mahnte Edith Aufdembrinke. Die Linke machte auf das öffentliche Interesse der Grundwasserproblematik für das ganze Quartier aufmerksam. Ekkehard Wersich, der Sprecher der CDU-Fraktion, sieht die Landesbehörde gefordert: „Das gehört mindestens in die Bügerschaft.“ (ch)
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