Anwohner gegen Brummis

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Jörg S. ärgert sich wie seine Nachbarn über den zunehmenden Schwerlastverkehr in der Straße Spreenende.Foto: Hanke

Schwerlastverkehr durch Groß Borstel in der Kritik

Von Christian Hanke
Groß Borstel. Es brummt und dröhnt den ganzen Tag in den Wohn- und Bezirksstraßen Spreenende und Weg beim Jäger. Schwerlastverkehr ist hier an der Tagesordnung. Transporte im Zusammenhang mit dem Flughafen und Flughafen nahen Gewerbe sowie dicke Brummer, die die Straßen als Ost-West-Abkürzung nutzen, machen den Anwohnern zunehmend zu schaffen. „In den letzten Jahren hat der Schwerlastverkehr spürbar zugenommen“, erzählt Jörg S., der seit 2008 in Groß Borstel wohnt.
In jüngster Zeit sorgte der Bau eines Parkhauses an der Ecke Weg beim Jäger / Obenhauptstraße für eine weitere Zunahme des LKW-Verkehrs. Ab 2013 ist nahe Weg beim Jäger der Bau eines neuen Luftfrachtzentrums geplant. Manchmal donnern 90 Betonlaster pro Tag durch Spreenende und Weg beim Jäger.
Das haben Anwohner der beiden betroffenen Straßen gezählt, die in gutem Kontakt miteinander stehen.
Das Bezirksamt Hamburg-Nord konnte zwar bewirken, dass dieser Baustellenvekehr möglichst nicht durch Groß Borstel fährt. Doch diese Empfehlung hat sich längst nicht unter allen Betrieben und Fahrern herumgesprochen, die mit der Baustelle zu tun haben. Anwohner, die unter LKW-Lärm leiden, können sich aber beim Bauleiter unter Tel.: 0172-2111759 beschweren. Auch Kerosin-Gefahrengut-Transporter nehmen die Route durch Groß Borstel, die deutlich kürzer ist als die empfohlene und dafür ausgebaute über Nedderfeld und Alsterkrugchaussee. „Ich mag mir gar ncht ausmalen, was passiert, wenn hier ´mal ein solcher Transporter verunglückt, und das hochgiftige Kerosin über die Straße läuft“, berichet Jörg S.
Die Kommunalpolitik hat sich bereits mit dem nervenden Schwerlastverkehr in den Borsteler Haupstraßen beschäftigt. GAL, CDU und Linke haben Anträge im Regionalausschuss Fuhlsbüttel/Langenhorn/Groß Borstel/Alsterdorf gestellt. Im Spreenende und Weg beim Jäger südwestlich der Sportallee fordern die Grünen eine Nutzungsbeschränkung für LKW´s über 7,5 Tonnen und Tempo 30 zwischen 22 und 6 Uhr. Außerdem setzt sich die GAL dafür ein, den Schwerlastverkehr aus der Borsteler Chaussee herauszuhalten und die Straßen Nedderfeld und Alsterkrugschaussee als Ausweichroute zu empfehlen. Die CDU fordert den Bezirksamtsleiter auf, sich beim Flughafen und anderen betroffenen Unternehmen sowie bei der Fachbehörde für verkehrslenkende Maßnahmen einzusetzen, die den Schwerlastverkehr aus den Borsteler Haupstraßen heraushalten. Noch weiter gehen die Linken, die das geplante Luftfrachtzentrum in der Nähe des Wegs beim Jäger in den Hafen verlagern oder es mit der Schiene anbinden möchten. Alle Anträge werden am 27. August um 18 Uhr im Regionalausschuss Fuhlsbüttel/Langenhorn/Groß Borstel/Alsterdorf, im Ortsamt Fuhlsbüttel, Hummelsbütteler Landstraße 46, verhandelt. (ch)
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