App fürs Örtchen kommt

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An der Eppendorfer Landstraße nahe dem Marie-Jonas-Platz steht eine Automatiktoiletten. Diese WC’s werden aber nicht so häufig genutzt. Außerdem gibt es viel zu wenige Foto: Hanke
 
So könnte die „Klo-App“ aussehen: Wo ist das nächste Klo? Demnächst sollen Hamburger eine schnelle Anwort auf eine dringende Frage per Klick bekommen Grafik: Wessels

Verein arbeitet an Verzeichnis öffentlicher Toiletten. Seniorenbeirat zufrieden

Hamburg-Nord Nun wird es ernst mit einer Verbesserung beim Finden von öffentlichen Toiletten in der Hansestadt! Der Verein Barrierefreies Hamburg gibt in den nächsten vier Wochen eine Toiletten-App heraus, in der alle öffentlich zugänglichen Toiletten Hamburgs mit Anmerkungen zu Barrierefreiheit, Eignung für sehbehinderte Menschen, Wickelmöglichkeiten, Kosten für die Benutzung und Öffnungs- sowie Zugangszeiten verzeichnet sein werden.
Auf Antrag von SPD, Grünen und CDU hat der Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Verbraucherschutz der Bezirksversammlung Hamburg-Nord außerdem kürzlich beschlossen, eine hamburgweit einheitliche Beschilderung für öffentlich zugängliche Toiletten und ein Verzeichnis aller dieser Toiletten zu erstellen, das auch in gedruckter Form vorliegen soll. In diesem Verzeichnis sollen die oben genannten Eigenschaften für jede Toilette vermerkt werden. Die Seniorenbeiräte und Beiräte für Menschen mit körperlichen Behinderungen sind bei der Erarbeitung dieser Punkte miteinzubeziehen. Das Bezirksamt Hamburg-Nord und die zuständigen Fachbehörden werden außerdem aufgefordert, zu prüfen, welche Toiletten in öffentlichen Gebäuden zugänglich gemacht werden können. Der Bezirksamtsleiter möge außerdem anbieten, dass der Bezirk Hamburg-Nord die Federführung für ganz Hamburg in dieser Thematik übernimmt. Schließlich wird begrüßt, dass die Stadtentwickungsbehörde an einem bezirksübergreifenden Konzept für öffentliche Toilette arbeite.
Diese Aktivitäten stellte Behördenmitarbeiter Frederik Töner im Ausschuss vor. Der Verein Barrierefreies Hamburg arbeite zur Zeit an einer Toilettenapp, die auch alle WC’s in öffenlichen Gebäuden erfasse, für die eine Genehmigung zur Benutzung vorliegt. Viele Automatiktoiletten würden nicht besonders gut frequentiert, berichtete Töner. Das Thema Beschilderung sei, so Töner, bereits in einem Workshop mit Vertretern für Menschen mit verschiedenen Behinderungen und für soziale Belange sowie mit den Seniorenbeiräten diskutiert worden. Ein künftiger Träger für die Beschilderung habe da aber ein Mitspracherecht. Bis zur Erstellung eines hamburgweiten Beschilderungskonzepts müsse der Bezirk in dringenden Fälle eigene Schilder herstellen. Es wird auch überlegt, ob Markttoiletten über die Marktzeiten hinaus geöffnet bleiben können. Die Nutzung von Toiletten privater Einrichtungen wie Gaststätten unter dem Motto „Nette Toilette“ ist bislang gescheitert. Die Gastronomen befürchteten eine Abwertung ihrer Lokale durch die Nutzung ihrer Toiletten durch „problematische Personen“. Der Reinigungsaufwand sei bei Versuchen mit der „Netten Toilette“ höher als der von Städten geleistete finanzielle Ausgleich gewesen. Der Seniorenbeirat Hamburg-Nord ist mit den Beschlüssen des Umweltausschusses zum Thema öffentliche Toiletten zufrieden. „Es hat lange gedauert, aber der Ausschuss hat alle unsere Forderungen aufgenommen“, freute sich Ursula Preuhs, die Vorsitzende des Bezirksseniorenbeirats Hamburg-Nord, der dieschlecht ausgeschilderten Toiletten im November vergangenen Jahres thematisiert hatte. (ch)
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