Baustopp wegen Pfusch

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Arbeiten eingestellt: Bauarbeiter ohne Helm, gefährliches Gerüst. Die mangelhaft gesicherte Baustelle gefährdete auch Bewohner und Passanten. Foto: Haas

Ärger in der Dorotheenstraße geht weiter

Von Waltraut Haas
Winterhude. Noch herrscht hier ein Baustopp. Wenigstens haben die Mieter jetzt freie Sicht durch verstaubte Fenster, nachdem die Bretter davor entfernt wurden. Doch Sommer auf den Balkonen? Fehlanzeige, denn die sind größtenteils entfernt oder nicht begehbar. Stattdessen ist hier weiter mit Lärm und Staub zu rechnen.
Entschuldigung
Immerhin wurde die Gefährdung durch herunterfallende Betonbrocken auf der ungesicherten Baustelle inzwischen gebannt. Wie in der vergangenen Woche berichtet, hatten die Mieter der Dorotheenstraße 72 wegen grober Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften Polizei und Baubehörde alarmiert, die sich der Ordnungswidrigkeiten annahm. Das mit den Abbrucharbeiten beauftragte Norderstedter Unternehmen wurde per sofort gekündigt und wird für alle Schäden haftbar gemacht. Die für den Vermieter tätige Grundstücksverwaltung Kehrwieder entschuldigte sich bei den Mietern schriftlich für die entstandenen Unannehmlichkeiten. Auch der beauftragte Bauingenieur André Ludanek bat in einem Brief um Entschuldigung, bestellte einen neuen Bauleiter, der von einem Sicherheits- und Gesundheitskoordinator unterstützt wird. Eine andere Baufirma ist jetzt mit den weiteren Baumaßnahmen beauftragt und startete in der vergangenen Woche mit dem Aufbau eines vorschriftsmäßigen Gerüsts. Erst wenn die Behörde für Bauordnung und Hochbau grünes Licht gibt, dürfe weitergebaut werden, so Ludanek.
Ärger bleibt
Doch der Ärger unter den Mietern – überwiegend ältere Menschen – ist dadurch nicht vom Tisch. „Wir wissen leider immer noch nicht, wann und wie welche Arbeiten erledigt werden. Zumindest ein Gutschein für eine Fensterreinigung wäre schon mal nett gewesen.“ sagt einer der Bewohner, die immer noch verunsichert sind. Neben detaillierten Informationen „am runden Tisch“ vermissen sie auch mehr Entgegenkommen, etwa durch ein Mietminderungsangebot während der etwa viermonatigen Bauzeit. Immerhin erwartet die Bewohner nach der Modernisierung durch Wärmedämmung, neue Fenster und Balkone eine beträchtliche Mieterhöhung. (wh)
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