Bezirk gewinnt gegen Senat

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Wir haben´s geschafft! Roland Seidlitz (GAL), Birgit von Klinggräff (CDU), Mechthild Führbaum (SPD) und Hartmut Obens (Die Linke) (v.l.) haben sich mit ihren Fraktionen in der Bezirksversmmlung Eimsbüttel gegen MyCityRun im Alstervorland ausgesprochen. Foto: Hanke

Laufveranstaltung im Alstervorland darf nicht stattfinden

Harvestehude/Rotherbaum. Sieg der Bezirkspolitik über einen Wunsch des Senats! Das geschieht selten. Vier Fraktionen der Bezirksversammlung Eimsbüttel haben sich jetzt durchgesetzt. Im Alstervorland wird die Laufgroßveranstaltung MyCityRun des Deutschen Leichtathletik Verbandes (DLV) nicht stattfinden, weil CDU, SPD, GAL und Linke sie hier nicht wollen.
Zwischen Ende Mai und Anfang Juli bietet der DLV in fünf deutschen Städten eine neue „Lauf- und Eventserie“ an: MyCityRun. Jeweils an einem Tag in der Woche sollen sich Laufbegeisterte vom Einsteiger bis zum Profi zwischen 18 und 20.30 Uhr auf „zentral gelegenen, attraktiven Rundkursen von circa zwei Kilometern“ auf die Strecke begeben können. Laufcoaches des DLV betreuen die Läuferinnen und Läufer. Für Hamburg hatte sich der DLV das Alstervorland ausgeguckt.
Start und Ziel sollte der Platz vor dem Cliff am Fährdamm sein, auf dem offenbar auch eine Bühne mit Moderator und Musik vorgesehen war, wie eine Hamburger Tageszeitung zu berichten wußte.
Alle Fraktionen der Bezirksversammlung Eimsbüttel lehnten diese Planung ab, woraufhin der DLV eine neue Version mit geringerem Eventcharakter vorlegte. Mit der konnte sich die FDP anfreunden. Die anderen vier Fraktionen lehnen auch die neue Fassung ab. „Das Alstervorland dient der Muße.
Es hat eine andere Qualität als andere Grünanlagen, einen eigenen Charakter“, findet Mechthild Führbaum (SPD), die Vorsitzende der Bezirksversammlung Eimsbüttel. „Es dient der Entspannung der Bürger“, ergänzt eine ihrer Stellvertreterinnen Birgit von Klinggräff (CDU). „Das Alstervorland ist die einzige große Freifläche, die wir im Bezirk haben. Wir brauchen sie als Erholungsfläche“, bekräftigt Roland Seidlitz, der Vorsitzende der GAL-Fraktion in Eimsbüttel.
„Es ist für viele Menschen das am besten erreichbare Naherholungsgebiet“, findet Hartmut Obens (Die Linke). Nur die FDP kann sich mit MyCityRun anfreunden: „Das nun abgespeckte Lauf-Event tut nun wirklich niemenden mehr weh.“
Das Bezirksamt Eimsbüttel ließ kurz und knapp verlauten, dass es die Argumentation der Bezirkspolitik „grundsätzlich nachvollziehen kann“. Die für Sport zuständige Innenbehörde wird das Votum der Bezirkspolitiker nicht übergehen, sucht nun einen anderen Standort für die „attraktive Breitensportveranstaltung“, bei dem „eine gedeihliche Lösung für alle Beteiligten“ möglich ist. MyCityRun soll in Hamburg stattfinden.
Dass das Laufevent nicht im Alstervorland über die Bühne geht, ist aber offenbar ganz im Sinne vieler Nutzerinnen und Nutzer der Grünflächen an der Alster. Birgit von Klinggräff hat jedenfalls schon viel Zuspruch für die Haltung der Bezirkspolitiker bekommen. (ch)
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