Buchautorin Katja Reider: „Austausch ist wichtig“

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Poldi hat Starqualitäten: Das aufgeweckte Bichon-Hündchen dient Autorin Katja Reider als Vorlage für ihren Romanhelden Eddy Foto: Busse
 
Verlag: Rowohlt Taschenbuch, ISBN-10: 3499217260. Empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre. Gebundene Ausgabe: 128 Seiten Preis: 9,99 Euro

Hamburger Literaturfest für Kinder geht in zweite Runde

Von Christina Busse
Winterhude
Poldi ist schlapp. Über 30 Grad Sommerhitze machen dem Vierbeiner mit dem dichten weißen Wuschelpelz zu schaffen. Lang ausgestreckt liegt er auf dem Parkett – keine unnötige Bewegung, so lautet heute die Devise. Normalerweise hat er wesentlich mehr zu bieten. Ein „sportliches Temperament“ wird den handlichen Bichon-Hündchen im Allgemeinen nachgesagt und auch Poldi sorgt mit seiner sonst üblichen Umtriebigkeit in seinem Zuhause für Unterhaltung. Da liegt es auf der Hand, dass er höchstpersönlich sein „Frauchen“ Katja Reider zu ihrem neuesten Romanhelden inspiriert hat: Hundedetektiv Eddy. Die feine Spürnase des geborenen Schnüfflers kommt zum Einsatz, als sich die alte Frau Hopstedt, deren Dackeldame Agathe er mit seinem Besitzer Jo und dessen Freundin Flora immer zum Spaziergang abholt, auf einmal höchst merkwürdig verhält. Und tatsächlich: Sie geraten bei ihren Nachforschungen in einen echten Kriminalfall – und verfolgen dank Eddys Oberschnüffler-Qualitäten auch bald eine heiße Spur. Ideen für die Abenteuer mit Eddy in der Hauptrolle – nach „Im Schnüffeln eine 1“ sind weitere Bände bereits im Entstehen – kommen Katja Reider zum Beispiel beim Spazierengehen mit Poldi im Stadtpark, der fast vor ihrer Haustür liegt.

Mehr als 150 Bücher


Seit 20 Jahren lebt die Autorin, die im Harzstädtchen Goslar aufwuchs, schon in Winterhude. Seit gut einem Jahr wohnt sie mit Mann und Tochter am Winterhuder Marktplatz. Hier, mit Blick über die Dächer, ist auch ihr Arbeitsplatz: Schreibtisch und prall gefüllte Bücherregale zwischen rosa getünchten Wänden, an der Decke funkelt ein Kristallleuchter. Über 150 Bücher hat sie inzwischen veröffentlicht, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. „Aber ich bin keine Autorin, die gern monatelang einsam an ihrem Schreibtisch herumpuzzelt“, betont Reider, „reger Austausch mit anderen – Autoren, Grafikern und Illustratoren – ist mir wichtig.“ So schreibt sie beispielsweise auch gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Freundinnen Cornelia Franz und Sylvia Heinlein Romane und ist viel zu Lesungen vor allem in Schulen unterwegs. Trotzdem stellte sie fest: „Da ist noch Platz für etwas anderes“ und zusammen mit Cornelia Franz, Ulli Schubert und Andreas Schlüter, mit denen sie das Autorenteam Hamburger Lesezeichen bildet, war die Idee zu einem Literaturfest für Kinder geboren. Gesagt, getan: 2015 hatte das Hamburger Vorlesevergnügen Premiere, am 10. Juli geht es in die zweite Runde. 36 Lesungen beliebter Autoren sowie Schreib- und Illustrationsworkshops für Kinder und Jugendliche von fünf bis 15 Jahren bieten spannende Begegnungen rund ums Buch – im Polizeimuseum, auf dem Friedhof, beim HSV, im Theaterschiff und an vielen anderen ungewöhnlichen Orten. So geht Eddy im Tierheim Süderstraße auf Spurensuche, eine Art der Lesung, die auch Katja Reider ganz besonders Spaß macht, so wie auch die gesamten Planungen zum Lesefest, das mit Unterstützung von HVV und dem Arbeitskreis Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften von den Autoren selbst ehrenamtlich organisiert wird.

Vorlesevergnügen


„Es ist schön, dass wir eigene Ideen entwickeln und umsetzen können, zum Beispiel auch Internationale Vorbereitungsklassen einbeziehen können“, freut sich Katja Reider auf sechs Tage voller interessanter Begegnungen, die kurz vor den Sommerferien zu Lesefutter für die Urlaubszeit anregen.

Das Programm des Lesefestivals findet sich im Internet unter www.hamburger-vorlese-vergnuegen.de
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