Countdown für Jubiläum

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Englischer Stil: Geometrische Formen dominieren auch heute im Stadtpark
 
Boule: Eine von vielen möglichen Freizeitaktivitäten im Stadtpark Fotos: ho

Stadtpark bereitet sich auf den 100. Geburtstag 2014 vor

Von Holger Hollmann
Winterhude. Von Montag an läuft der Countdown. Genau dann, am 1. Juli, feiert der Stadtpark seinen 99. Geburtstag und die Vorbereitungen des Stadtpark Vereins Hamburg für das große Jubiläumsjahr 2014 treten in ihre heiße Phase ein. Im kommenden Jahr sind zum 100. Geburtstag des Stadtparks zahlreiche Aktionen geplant wie ein großes Fest entlang der Hindenburgstraße im Stadtpark Anfang Juli.
Das Wochenblatt erzählt in einer neuen Serie die Geschichte des Parks und was ihn bis heute so beliebt macht. Um auch schon den 99. Geburtstag des größten Hamburger Parks als Meilenstein zu markieren, lädt der Stadtpark Verein am Montag, 1. Juli, zu einem besonderen Geburtstagsfoto ein: Um 13 Uhr sollen 99 Freunde und Besucher des Parks vor dem alten Sierichschen Forsthaus, dem Sitz des Vereins an der Hindenburgstraße 1, fotografiert werden. Jeder, der mitmachen möchte - beim Foto am Montag oder danach bei den Vorbereitungen des Jubiläumsjahrs - ist herzlich eingeladen.
Als der Stadtpark vor 99 Jahren offiziell eröffnet wurde, war von der ersten Idee bis zur Umsetzung eine gut 15-jährige Planungsphase vorausgegangen, in denen Gremien berieten, Experten stritten, Wettbewerbe ausgelobt, Konzepte überarbeitet und wieder verworfen wurden, und 1912 schließlich der erste Spatenstich erfolgte. Die Planer waren sich einig: Gebaut werden sollte ein Park, der nicht nur - wie bis dahin meist üblich - den gehobenen Schichten der Gesellschaft zum sonntäglichen Flanieren offen stand, sondern den ausdrücklich alle Hamburger, und insbesondere die mittleren und unteren Schichten zur Erholung nutzen sollten. Ein Volkspark mit passenden Freizeitangeboten für Jedermann.
Den maßgeblichen Anschub für die Anlage des neuen Parks gab damals Alfred Lichtwark, Direktor der Hamburger Kunsthalle. Er hatte auf seinen Reisen in die USA und nach Skandinavien ähnliche Parks kennen und ihre Vorzüge schätzen gelernt. Umgesetzt wurde die Idee schließlich vom späteren Oberbaudirektor Fritz Schumacher, dem Hamburg bis heute sein unverwechselbares Rotklinker-Antlitz zu verdanken hat, und Ferdinand Sperber, dem Oberingenieur der Stadt.
Die Keimzelle des heute knapp 150 Hektar großen Parks war der Privatforst von Adolph Sierich, dem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts große Teile von Winterhude und Uhlenhorst gehörten - und eben jenes schöne Waldstück, das heute mit seinem über 100 Jahre alten Baumbestand den westlichen Parkteil ausmacht und das an heißen Sommertagen für herrlichen Schatten und frische Luft sorgt. Die Stadt kaufte Sierichs Erben den rund 35 Hektar großen Forst 1901 ab.
Er blieb weitgehend unangetastet und vermittelt noch heute den Eindruck eines natürlich gewachsenen Waldes. Der größere Teil des Volksparks entstand jedoch neu auf der östlichen Seite der Hindenburgstraße. Hier gestalteten der Architekt Schumacher und Sperber bewusst sehr unterschiedliche Bereiche und nahmen dafür vor allem englischen Parks als Vorbild. So gibt es große Sichtachsen wie die beiden dominanten Hauptachsen zwischen dem Planetarium und dem Stadtparksee sowie vom See zur Freilichtbühne. An anderen Stellen herrschen strenge geometrische Formen wie im Rosengarten. Zugleich wurden aber auch scheinbar unstrukturierte Wiesen, Teiche sowie Baum- und Buschinseln angelegt. Doch auch diese wie zufällig angepflanzt aussehenden Bereiche mit herrlichen Blicken ins Grüne waren genau geplant worden. Wer den Stadtpark auf einem Plan von oben betrachtet, entdeckt weitere geometrische Formen wie das große Oval des Stadtpark-Sees und das kleinere Oval der Jahnkampfbahn am anderen Ende der Achse. Typisch englisch war auch eine große Spiel- und Festwiese.
Nächste Woche im 2. Teil der Serie: Architektur im Stadtpark - Fritz Schumachers frühe Handschrift
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