Defibrillatoren an Hamburgs Alster

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Wilfried Sorge (r.) sowie Michael Müller und Anna Eberchart von der Björn Steuer Stiftung übergaben kürzlich zwei Laien-Defibrillatoren ans Café Red Dog an der Krugkoppel Foto: Hanke

Plötzlicher Herzstillstand: Die Geräte für Laien können Leben retten. Wilfried Sorge initiiert Bereitstellung

Von Christian Hanke
Harvestehude
Jogger und Spaziergänger an der Alster sind jetzt besser vor einem plötzlichen Herztod geschützt. Im Red Dog an der Krugkoppel und in der Alsterperle in Uhlenhorst wurden kürzlich je zwei AED (Automatisierter Externer Defibrillator) Geräte platziert. Auf Initiative von Wilfried Sorge. Der 73-Jährige brach kürzlich beim Joggen an der Alster mit Herzflimmern zusammen. Nur durch die schnelle Hilfe eines Ärzteehepaares, das in der Nähe war, konnte Sorge gerettet werden. „Daraufhin habe ich mich entschlossen, etwas zu tun gegen den plötzlichen Herztod an der Alster“, erzählt Sorge bei der Übergabe der Defibrillatoren im Red Dog. Gemeinsam mit der Björn Steiger Stiftung, die sich seit ihrer Gründung 1969 für lebensrettende Maßnahmen einsetzt, engagiert sich Sorge für die Verbreitung von öffentlich zugänglichen Laien-Defibrillatoren in Alsternähe.


Das Ergebnis: die ersten zwei AED-Geräte (Kosten rund 4.000 Euro) in zwei Cafés an der Alster. Sie sind leicht zu bedienen. „Man kommt schlagartig zurück ins Leben“, erzählt Wilfried Sorge, der sich nach seinem Zusammenbruch an nichts mehr erinnern konnte, durch die sofortige Hilfe aber ohne Folgeschäden blieb und auch wieder joggen kann. „Mein Arzt hat mir dazu geraten. Das Laufen hat den plötzlichen Herzstillstand nicht ausgelöst“, erzählt der Defi-Stifter. Rund 100.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich am plötzlichen Herztod. In 20 Prozent der Fälle lässt sich die Ursache nicht feststellen, wie bei Wilfried Sorge. Es kann alle treffen, ob sportlich, gut ernährt oder nicht. Um so wichtiger sind Laien-Defibrillatoren und Erste-Hilfe-Kenntnisse. Sollte der „Defi“ nicht sofort zur Hand sein, muss mit der Hand gepumpt werden. „5 bis 6 Zentimeter tief in den Brustkorb, 100 mal pro Minute, auch auf die Gefahr Rippen zu brechen. Die ersten fünf Minuten sind überlebenswichtig“, erläutert Michael Müller von der Björn-Steiger-Stiftung. Rudolf Sorge will sich für weitere Defibrillatoren rund um die Alster einsetzen. „Drei weitere Standorte sollten sein, Bodos Bootssteg an der Alten Rabenstraße wäre zum Beispiel gut“, findet Sorge. Harald Rösler, der Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Nord, der bei der Defi-Übergabe in der Alsterperle anwesend war, kann sich die Lebensretter auch im Stadtpark vorstellen.

So funktioniert es


Ein einfacher Druck auf die Ein-/Aus-Taste genügt und man wird durch klare Sprachanweisungen des Gerätes durch die Reanimationsschritte geleitet. Der Defibrillator prüft selbstständig den Herzrhythmus und entscheidet, ob eine Schockabgabe nötig ist. Erst nach der Anweisung den Schock ausführen.
Auch für die weitere Versorgung durch Herzdruckmassage und Beatmung erhält man in Form von Sprachanweisungen und Taktvorgabe Unterstützung
.

Standorte der Defibrillatoren an der Alster: Red Dog Bar & Café, Krugkoppel 1 und Alsterperle, Eduard-Rhein-Ufer 1
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